Das Gespräch

Bruno Latour: "Die Natur muss ins Parlament"

Alexandre Lacroix veröffentlicht am 14 min

Die UN-Klimakonferenz markiert eine epochale Wende im Umgang mit unserem Planeten. Doch Bruno Latour fordert noch mehr. Wir dürfen die Erde nicht länger nur als Objekt politischen Handelns begreifen. Vielmehr ist sie selbst ein lebender Organismus.

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Übersetzt von
Grit Fröhlich

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9 min

Bruno Latour: „Mit dem Begriff Natur kann man nichts anfangen“

Sven Ortoli

Menschliche Aktivitäten beeinträchtigen schneller, tiefgreifender und langfristiger als je zuvor die Umwelt, was Auswirkungen auf die Lebensbedingungen aller Lebewesen hat. Auf was für einer Erde werden wir zukünftig leben? Und stehen wir mitten in einem „geosozialen“ Klassenkampf um die Zukunft unseres Planeten und unserer Spezies? Fragen an Bruno Latour

Bruno Latour: „Mit dem Begriff Natur kann man nichts anfangen“

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"Neues entsteht durch bessere Anpassung an die Umwelt"

Emanuel Wyler

Der Systembiologe Emanuel Wyler arbeitet am Berliner Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin und erläutert, warum die Veränderungen der Umwelt für die Evolution oft wichtiger sind als jene im Organismus selbst
 

 


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4 min

Was weiß mein Körper?

Svenja Flasspoehler

Die Frage irritiert. Was soll mein Körper schon wissen? Ist das Problem denn nicht gerade, dass er nichts weiß? Weder Vernunft noch Weisheit besitzt? Warum sonst gibt es Gesundheitsratgeber, Rückenschulen, Schmerztabletten, viel zu hohe Cholesterinwerte. Und wieso gibt es Fitness-Tracker, diese kleinen schwarzen Armbänder, die ihrem Träger haargenau anzeigen, wie viele Meter heute noch gelaufen, wie viele Kalorien noch verbrannt werden müssen oder wie viel Schlaf der Körper braucht. All das weiß dieser nämlich nicht von selbst – ja, er hat es bei Lichte betrachtet noch nie gewusst. Mag ja sein, dass man im 16. Jahrhundert von ganz allein ins Bett gegangen ist. Aber doch wohl nicht, weil der Körper damals noch wissend, sondern weil er von ruinöser Arbeit todmüde und es schlicht stockdunkel war, sobald die Sonne unterging. Wer also wollte bestreiten, dass der Körper selbst über kein Wissen verfügt und auch nie verfügt hat? Und es also vielmehr darum geht, möglichst viel Wissen über ihn zu sammeln, um ihn möglichst lang fit zu halten.


Impulse
4 min

Politische Fehlermeldung

Dominik Erhard

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow gestand jüngst ein, dass er im politischen Umgang mit der Pandemie Fehler gemacht hat. Solch ein offener Umgang mit Selbstkritik wurde von vielen nicht als Schwäche, sondern Stärke verbucht. Das zeigt: Unser Verständnis von Autorität befindet sich derzeit in einem bemerkenswerten Wandel.

Politische Fehlermeldung

Artikel
5 min

Frédéric Neyrat: „Für Geo-Engineering sind wir zu beschränkt“

Octave Larmagnac-Matheron

Geo-Engineering entwickelt technische Möglichkeiten, das Klima auf der Erde zu verändern. Frédéric Neyrat sieht diesen Forschungszweig und die dahinterstehende geozentrische Vorstellung von Ökologie kritisch. An deren Stelle setzt er einen kosmologischen, holistischen Ansatz, der die Erde als Teil des Universums denkt.

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Essay
8 min

Walter Benjamin und die Geschichte

Wolfram Eilenberger

Nur wenige Monate vor seinem Selbstmord im Sommer 1940 verfasste Walter Benjamin einen epochalen Text „Über den Begriff der Geschichte“. Läuft die Historie auf ein vorgegebenes Ziel zu? Ist Fortschritt nur eine Illusion? Welche Rolle spielen technische Innovationen? Welche der Klassenkampf ? Welche Gott? In Zeiten höchster historischer Anspannungen und akuter Krisen öffnen sich nach Benjamins Überzeugung neue Fenster der politischen Hoffnung – gar der Erlösung. Weshalb dieser Text gerade heute wieder eine Lektüre lohnt, erklärt Wolfram Eilenberger.

Walter Benjamin und die Geschichte

Artikel
5 min

Im Schatten der Wahrheit

Florian Grosser

Das Werk Martin Heideggers markiert einen Wendepunkt in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der Frage nach dem Sein erschließt der Philosoph eine radikal neue Sicht auf unsere geschichtliche Existenz. Seine Sehnsucht nach einem fundamental erneuerten Weltverhältnis führte den Denker dabei nicht zufällig auf politische Irrwege

 


Artikel
13 min

Wer sind "Wir"?

Als Angela Merkel den Satz „Wir schaffen das!“ aussprach, tat sie dies, um die Deutschen zu einer anpackenden Willkommenskultur zu motivieren. Aber mit der Ankunft von einer Million Menschen aus einem anderen Kulturkreis stellt sich auch eine für Deutschland besonders heikle Frage: Wer sind wir eigentlich? Und vor allem: Wer wollen wir sein? Hört man genau hin, zeigt sich das kleine Wörtchen „wir“ als eine Art Monade, in der sich zentrale Motive zukünftigen Handelns spiegeln. Wir, die geistigen Kinder Kants, Goethes und Humboldts. Wir, die historisch tragisch verspätete Nation. Wir, das Tätervolk des Nationalsozialismus. Wir, die Wiedervereinigten einer friedlichen Revolution. Wir, die europäische Nation? Wo liegt der Kern künftiger Selbstbeschreibung und damit auch der Kern eines Integrationsideals? Taugt der Fundus deutscher Geschichte für eine robuste, reibungsfähige Leitkultur? Oder legt er nicht viel eher einen multikulturellen Ansatz nahe? Offene Fragen, die wir alle gemeinsam zu beantworten haben. Nur das eigentliche Ziel der Anstrengung lässt sich bereits klar benennen. Worin anders könnte es liegen, als dass mit diesem „wir“ dereinst auch ganz selbstverständlich „die anderen“ mitgemeint wären, und dieses kleine Wort also selbst im Munde führen wollten. Mit Impulsen von Gunter Gebauer, Tilman Borsche, Heinz Wismann, Barbara Vinken, Hans Ulrich Gumbrecht, Heinz Bude, Michael Hampe, Julian Nida-Rümelin, Paolo Flores d’Arcais.