Rechte Metapolitik
Rechtsextreme streben nach kultureller Hegemonie – auch über die Universitäten. Dabei können sie an so einflussreiche Denker wie Martin Heidegger und Reinhart Koselleck anschließen, die ihre wahren Absichten geschickt zu verbergen wussten.
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Kosellecks Latenzzeit
Der 100. Geburtstag Reinhart Kosellecks am Sonntag sollte uns Anlass sein, einen der bedeutendsten Historiker des vergangenen Jahrhunderts kritischer zu betrachten, meint die Philosophin Sidonie Kellerer. Seine Erfahrungen im Nationalsozialismus seien mitverantwortlich für dessen aufklärungsfeindliche Geschichtsschreibung.
Martin Luther und die Angst
Sein kultureller Einfluss ist nicht zu überschätzen: Martin Luthers Bibelübersetzung bildet den Anfang der deutschen Schriftsprache, seine religiösen Überzeugungen markieren den Beginn einer neuen Lebenshaltung, seine theologischen Traktate legen das Fundament einer neuen Glaubensrichtung. In der Lesart Thea Dorns hat Luther die Deutschen aber vor allem eines gelehrt: das Fürchten. Oder präziser: die Angst. In ihrem brillanten Psychogramm des großen Reformators geht die Schriftstellerin und Philosophin den Urgründen von Luthers Angst nach – und deren uns bis heute prägenden Auswirkungen.
Leben und Werk im Widerspruch: Martin Heidegger
In dieser Reihe beleuchten wir Widersprüche im Werk und Leben großer Denker. Zum Abschluss: Martin Heidegger, dessen Auseinandersetzung mit dem Sein in hartem Kontrast zu seinem Engagement für die seinsvergessenen Nationalsozialisten stand.
Heideggers jüdische Schüler - Im Namen des Meisters?
Der Einfluss Heideggers auf die europäische Nachkriegsphilosophie ist ohne Vergleich. Gerade junge jüdische Philosophen wussten sich für den Meisterdenker aus Freiburg zu begeistern. Sie verteidigten ihn auch nach dem Krieg bis an die Grenze der Selbstverleugnung
David Greenberg: „Der Antisemitismus reicht bis in die Führungsebene der Universitäten“
Nimmt der Antisemitismus an US-Universitäten zu? Unbestreitbar, meint der Historiker David Greenberg. Ein Gespräch über altlinkenen Antiimperialismus, neuen Race-Essentialismus und Kritik am Staat Israel.
Heidegger und Arendt: „Das Dämonische hat mich getroffen“
Im Frühjahr 1925 ereignet sich in der Universitätsstadt Marburg eine Liebesgeschichte der besonderen Art. Sie sollte die Lebenswege von Hannah Arendt und Martin Heidegger tief prägen. Ein Dialog zwischen Angst und Befreiung, der die Philosophie des 20. Jahrhunderts maßgeblich veränderte.
Im Schatten der Wahrheit
Das Werk Martin Heideggers markiert einen Wendepunkt in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der Frage nach dem Sein erschließt der Philosoph eine radikal neue Sicht auf unsere geschichtliche Existenz. Seine Sehnsucht nach einem fundamental erneuerten Weltverhältnis führte den Denker dabei nicht zufällig auf politische Irrwege
Guillaume Martin: „Ich habe Nietzsches Worte zu meinem Mantra gemacht“
Der Radrennfahrer Guillaume Martin, Kapitän des Cofidis-Teams, lag bei der aktuellen Tour de France zwischenzeitlich auf dem dritten Platz und rangiert moment als 11. des Gesamtklassements. Doch Martin, der noch immer die Top Ten anstrebt, ist auch studierter Philosoph, der in Frankreich das Buch Sokrates auf dem Velo (Grasset, 2019) veröffentlichte. Kurz vor den anstehenden Alpenetappen sprachen wir mit ihm über die bisherige Tour und seine Begeisterung für Friedrich Nietzsche.
Kommentare
Den Imperativ der Vernunft mit dem Imperativ der geistigen Zäsur ersetzen, so könnte man das zusammenfassend übersetzen.
Andererseits erfreuen sich Akronyme zunehmender Beliebtheit, die Begrifflichkeiten verkürzen, um nicht zu sagen verschleiern, für welche man früher ganze Zeilen von Sätzen benötigte, um diese verständlich erscheinen zu lassen.
Meta, mega u. dgl. (for exemples) als gängige Vorsilben, können, selbst für Begriffsstutzige, allgemein verständlich benutzt werden. Dem Pluralismus und Fremdsprachenkenntnissen sei Dank.
Zäsur, reimt sich zufällig auf Cäsar, schreibt Wikipedia, wär nichts anderes als wie ein Schnitt; in Raum und Zeit wär dann persönliche Interpretationssache. Der Fantasie sind ja angeblich keine Grenzen gesetzt.
Heidegger hatte eine schwierige Biografie und war politisch verirrt. So weit, so gut. Aber, Heidegger ein vom Verfolgungswahn geplagter Verschwörungstheoretiker? Ein rechter Ideologe und Umstürzler bis zum Ende seines Lebens? Seine Philosophie eine einziges, gut getarntes (?) rechtsradikales Programm, umzusetzen mit hegemonialer Praxis? Das alles halte ich für abenteuerlich. Es ist wahrscheinlich umgekehrt: mit dem Nationalsozialismus wollte Heidegger seine Philosophie auf den Sockel heben - und er hat damit seine ganze politische (und menschliche) Inkompetenz bewiesen.
Mit der Biografie das Werk zu diskreditierten, das halte ich kategorial für falsch. Zudem: Nicht jede Philosophie ist politisch motiviert. Aber es gehört wohl zu einer postmodernen Philosophie, alle Beiträge als Machtspiele aufzufassen und Sprache somit immer nur als bloß performative Rhetorik zu betrachten. Die Autorin vollzieht mit der Mischung aus Andeutungen, Empörung, unsauberen Schlüssen, queren Bezügen zu falschen Zeugen und ständiger, unbeirrter Wiederholung dieser Plattitüden vielmehr selbst eine verschwörungsideologische Praxis. Das ganze gipfelt damit, den Kritisierten willkürlich mit anderen ausgemachten Gaunern in eine Ecke zu stellen… Das alles, den ganzen Text finde ich unlauter. Mir ist die philosophische Tradition lieber, die den Autor „sterben“ lässt, um sich an das Werk zu halten und dieses denkend zu befragen. Und diesbezüglich hat Heidegger viel bieten.