Entscheidende Gefühle. Rechtsgefühl und juristische Emotionalität vom Kaiserreich bis in die Weimarer Republik

Eine Rezension von Jutta Person, veröffentlicht am

Rechtsgefühl

Wie hängen Recht und Rationalität zusammen? Was wurde um 1900 als Rechtsgefühl definiert, und wie passte das Ideal der Leidenschaftslosigkeit zum richterlichen Fühlen? Sandra Schnädelbach, Historikerin und Schlussredakteurin des Philosophie Magazins, zeigt, wie sich Erzählmuster verändern. Neben die philosophisch-aufklärerische Tradition treten die modernen Naturwissenschaften mit anderen Emotions -definitionen. Das Wertempfinden des Richters wurde neu verhandelt; und Gefühle selbst, das belegt die aufschlussreiche Untersuchung, erweisen sich als historisch höchst variabel.