Schachfieber. Von der Liebe zu einem unmöglichen Spiel

Eine Rezension von Marianna Lieder, veröffentlicht am

Denksport 

König Charles I. war so vernarrt ins Schachspielen, dass er zu seiner Hinrichtung angeblich ein Schachbrett mitnahm. Für Sebastian Raedler ist dieses Verhalten nicht abwegig. Geistreich schreibt der Philosoph über den mythischen Denksport: Er streift durch die Schach-Weltgeschichte, spielt legendäre Brettmanöver nach und sinniert über den Wettbewerb von menschlicher und künstlicher Intelligenz. Im Grunde geht es zu wie im Leben: Bauernopfer sind häufig. Irgendwann geht es dem König an den Kragen. Die Dame erledigt die meiste Hausarbeit. Allerdings kann Schwarz-Weiß-Denken erstaunlich facettenreich sein.