Virginia

Eine Rezension von Marianna Lieder, veröffentlicht am

Nell Zinks Heldin Peggy wechselt die Identitäten wie andere Leute die Socken. Eigentlich ist sie lesbisch, dennoch beginnt sie als Studentin eine Affäre mit ihrem eigentlich schwulen Lyrik-Dozenten. Kinder, Hochzeit, das volle Programm. Irgendwann hält Peggy das Professorengattinnen-Dasein nicht mehr aus, schnappt sich das blonde Töchterchen und beginnt ein neues Leben als alleinerziehende „schwarze“ Mutter aus der Unterschicht. Die „Ein-Blutstropfen-Regel“ macht’s möglich. Wer mag, kann das als halsbrecherisch komisch erzählte Travestie des amerikanischen Traumes lesen oder als eigenwilligen Kommentar zu gegenwärtigen Race-Sex-Gender-Debatten. Als Gegengift bei zu viel Familienharmonie unterm Weihnachtsbaum hilft eine Dosis Zink garantiert.