Braucht mein Leben ein Ziel?

Nummer Nr. 23 - Aug./Sep. 2015

 

 

Braucht mein Leben ein Ziel?

Die Frage nach dem Lebensziel legt tiefste Wünsche und Hoffnungen, aber auch Ängste frei: Was, wenn ich mein Ziel nicht erreiche oder mich gerade selbstgesetzte Ziele beengen und unglücklich machen? Kaum ein Mennsch kann sich dem Druck dieser Frage entziehen, denn sie trifft das Zentrum unserer Existenz. Mit Beiträgen von Wilhelm Schmid, Phillip Felsch und François Jullien

 

Rache ohne Reue?

Giuseppe Grassonelli führte einen Rachefeldzug gegen die sizilianische Cosa Nostra. Seit 23 Jahren sitzt der mehrfache Mörder dafür hinter Gittern – er wird das Gefängnis nie wieder verlassen. Während seiner Haft entdeckte er die Philosophie, schloss sogar ein Studium mit Auszeichnung ab. Alexandre Lacroix traf einen Menschen, dem der Dialog mit Hegel und Nietzsche wichtiger wurde als alles andere.

 

Unser Ort im Universum

Der Blick aufs Firmament versetzt uns ins Staunen, weckt Sehnsüchte und lehrt vor allem eines: Ehrfurcht. Die wahre Größe des Universums können wir uns indes kaum vorstellen. Charles Perragin lädt ein zu einer die Vorstellungskraft ausreizenden Gedankenreise. Brigitte Falkenburg, Frédéric Nef und Andreas Weber ergänzen diese mit drei philosophischen Meditationen zur Stellung des Menschen im Kosmos.

 

Chantal Mouffe: "Konsens ist das Ende der Politik"

Die Professorin für politische Theorie ist die Denkerin der Stunde. Ihre Theorie der "radikalen Demokratie", die seit Jahrzehnten linke Aktivisten beeinflusst, liefert mittlerweile die Blaupause für Protestparteien wir Podemos oder Syriza. Im großen Gespräch diskutiert Chantal Mouffe die Möglichkeiten linker Politik im Licht jener neuen politischen Akteure und plädiert für mehr demokratischen Widerstreit.

 

Der Klassiker: Hegel und die Anerkennung

Hegels Theorie der Anerkennung beruht auf dem Mut und dem Willen, sich anderen Menschen entgegenzustellen und dabei seine eigene Position zu behaupten. Beispielhaft zeigt sich dies in dem dieser Ausgabe in Auszügen beiliegendem Kapitel über "Herrschaft und Knechtschaft". In seinem Essay geht Axel Honneth den Quellen von Hegels Anerkennungsbegriff nach, den er als einen Kernbegriff auch der modernen Gesellschaft versteht.

 



 

Inhalt

 

Intro

  • Editorial
  • Ihre Frage
  • Kinder fragen Tomi Ungerer
  • Leserbriefe

Zeitgeist

  • Sinnbild Denkanstöße
  • Resonanzen Erhabener Schrecken: Der IS in Palmyra / Kulturkampf: Bürger­bewegungen gegen die Gender­theorie / Kognitiver Totalausfall: Verdrängung des Klimawandels
  • Weltbeziehungen Schere im Kopf: wider Denktabus Kolumne von Hartmut Rosa
  • Kaufrausch Brauchen wir den Thermomix 5? Kolumne von Markus Krajewski

Horizonte

  • Reportage Rache ohne Reue? Der Weg eines Killers zum Philosophen Von Alexandre Lacroix
  • Kosmologie Unser Ort im Universum Von Brigitte Falkenburg, Frédéric Nef und Andreas Weber

Dossier: Braucht mein Leben ein Ziel?

  • Ja, wo laufen Sie denn? Von Wolfram Eilenberger
  • Mitten ins Leben Historische Doppelseite Von Anna Metz und Tom Woweries
  • „Qi ist die Lösung“ Interview mit François Jullien
  • Vom Glück der Ziellosen Vier leuchtende Beispiele Von Philipp Felsch
  • Das große Zielspiel
  • Mein Leben als Liste Von der Gefahr, sein Leben einfach abzuhaken Von Catherine Newmark
  • Folge der Intensität! Gespräch mit Wilhelm Schmid über die Kunst, ein ziel­gerichtetes Leben zu führen

Ideen

  • Das Gespräch „Konsens ist das Ende der Politik“ Mit Chantal Mouffe
  • Werkzeugkasten Lösungswege / Lilith / Die Kunst, recht zu behalten
  • Der Klassiker Hegel und die Anerkennung Von Axel Honneth + Sammelbeilage: „Herrschaft und Knechtschaft“ Mit Martin Gessmann

Bücher

  • Buch des Monats Lieber Scholem, lieber Adorno Von Marianna Lieder
  • Thema Was zeigen Landkarten wirklich? Von Ronald Düker
  • Scobel.Mag
  • Die Philosophie-Magazin-Bestenliste
  • Dichter und Wahrheit Der Wahnwitzige César Aira Von Tobias Lehmkuhl

Finale

  • Agenda
  • Comic
  • Spiele
  • Lebenszeichen Von Tieren lernen: Die Trottellumme / Das Gare ist das Wahre
  • Sokrates fragt Florian David Fitz