Wo ist das Kind, das ich war?

Nummer Nr. 37 - Jan. 2018

 

Dossier: Wo ist das Kind, das ich war?

Eine unheimliche Erfahrung. Dieser Mensch auf dem Foto, der mit Zahnlücke in die Kamera lächelt, das soll einmal ich gewesen sein? Mit allen seinen überschüssigen Träumen, Ambitionen, Fragen und Plänen? Fast unmöglich, ein geklärtes Verhältnis zu den eigenen Anfängen zu finden. Jenseits von Nostalgie und romantischer Verklärung. Aber auch frei von der Illusion, die biografische Vergangenheit ganz hinter sich lassen zu können. Während die einen die Infantilisierung der Gesellschaft beklagen, fordern andere eine heilende Rückkehr zum inneren Kind. Ist der Weg ins Erwachsenenleben notwendig der einer Desillusion und Selbstentfremdung? Und was könnte das überhaupt heißen: erwachsen sein? Ein Dossier über eine Frage, die sich jeder stellen muss. Mit Impulsen von Meike Sophia Baader und Susan Neiman sowie Originaltexten von u.a. Augustinus, Walter Benjamin und Simone de Beauvoir

 

„Es bedarf einer Ethik des Widerstandes“

Okzident und Orient, Europa und Asien, osmanische Tradition und westliche Moderne: Orhan Pamuk ist der Denker des Dazwischen. Im Gespräch erläutert der Literaturnobelpreisträger, welche Philosophen sein Schreiben prägten, was ihn an der Türkei ängstigt und warum er trotzdem stolz auf seine Heimat ist.

 

Kibbuz: Wie Utopien enden

Die israelischen Landkommunen waren Laboratorien utopischer Gesellschaftsentwürfe. In der sozialistischen Basisdemokratie sollte der Neue Mensch entstehen. Inzwischen haben die meisten Kibbuzim die Privatisierung eingeleitet. Völlig vergessen sind die alten Ideale trotzdem nicht.

 

Die Dialektik von Herr und Roboter

Es wird oft behauptet, Maschinen stünden kurz davor, die Herrschaft über die Menschen zu erringen. Dabei ist das Gegenteil der Fall, wie der Philosoph Michel Serres erklärt. Für Serres sind Roboter und Algorithmen unsere neuen Knechte – und das ist auch gut so.

 

Platon und das Virtuelle

Treten in einer digitalen Welt Illusionen an die Stelle der Wahrheit? Diese Frage führt zu Platon zurück, der in seinem Höhlengleichnis die Verführungskraft der Bilder aufgezeigt und angeprangert hat. Bringt uns die Virtualität vielleicht sogar der realen Struktur der Welt näher, statt uns von der Wahrheit zu entfernen? Kommen Sie mit in die Höhle 2.0!

 


 

 


 

Inhalt

 

Intro /

  • Editorial
  • Ihre Frage
  • Kinder fragen Tomi Ungerer
  • Leserbriefe

Zeitgeist /

  • Sinnbild
  • Denkanstöße
  • Resonanzen Europas neuer Jugendstil / Air-Berlin-Pleite / Insektensterben
  • Hübls Aufklärung Diesmal: Bitte nicht wörtlich nehmen Von Philipp Hübl
  • Erzählende Zahlen Die Kolumne von Sven Ortoli
  • Pro & Contra Ein islamischer Feiertag für Deutschland?

Horizonte /

  • Reportage Kibbuz: Wie Utopien enden Von Philipp Felsch
  • Perspektive Die Dialektik von Herr und Roboter Von Michel Serres

Dossier: Wo ist das Kind, das ich war? /

  • Zum Kinde werden? Von Wolfram Eilenberger
  • Erste Schnitte sind die tiefsten. Große Denker erinnern sich an ihre Kindheit
  • „Die Romantiker entdeckten das Kind in uns“ Interview mit Meike Sophia Baader
  • Im Anfang ist das Staunen Von Dominik Erhard
  • „Wir dürfen die Kindheit nicht verklären“ Gespräch mit Susan Neiman

Ideen /

  • Das Gespräch Orhan Pamuk
  • Werkzeugkasten Lösungswege / Gedanken von anderswo / Die Kunst, recht zu behalten
  • Der Klassiker Platon und das Virtuelle + Sammelbeilage: „Der Staat“ (Auszüge)

Bücher /

  • Buch des Monats Die Quelle der Identität
  • Thema Was in den Sternen steht
  • Scobel.Mag
  • Die Philosophie- Magazin-Bestenliste
  • Lichter im Dunkeln Weihnachtstipps aus der Redaktion

Finale /

  • Agenda
  • Comic
  • Spiele
  • Lebenszeichen Von Tieren lernen: Der Igel / Das Ding an sich / Impressum
  • Sokrates fragt Lotte