Das sensible Selbst — Sind wir zu empfindlich?

Nummer Nr. 48 - Okt./Nov. 2019

 

Das sensible Selbst – Sind wir zu empfindlich?

Die Sensibilisierung der Gesellschaft ist ein Zeichen von Fortschritt. Die Unantastbarkeit der Würde ist ihr Verdienst. Doch wie weit reicht das Recht, vor Verletzungen geschützt zu werden? Was können und müssen wir uns in einer liberalen Demokratie wechselseitig zumuten – und was nicht? Mit Beiträgen unter anderem von Andreas Reckwitz, Sabine Hark, Wolfgang Ullrich, Ariadne von Schirach, Arnd Pollmann, Hilkje Charlotte Hänel, Klaus Walter und Judith Butler

 

„Verletzungen bilden gesellschaftliche Strukturen ab“

Verwundbarkeiten sind eitel, zerstören die Debattenkultur? Die Philosophin Judith Butler widerspricht energisch – und plädiert dennoch dafür, an die Stelle des moralischen Vorwurfs wieder die Reflexion zu setzen. Foto: © Brian L. Frank 

 

Dialektik der Sensibilität

Die Sensibilisierung des Selbst ist der Motor des Fortschritts. Inzwischen aber schlägt die positive Kraft moderner Empfindsamkeit ins gerade Gegenteil um: Die Kultur der Sensibilität droht den sozialen Raum zu zerstören. Der Soziologe Andreas Reckwitz erläutert in seinem Essay die Gründe. Foto: © Lukasz Wierzbowski

 

Die Grenzen des Zumutbaren

Darf man noch Michael Jackson hören? Sind Komplimente am Arbeitsplatz übergriffig? Brauchen wir mehr Safe Spaces? Diesen Fragen widmen sich Sabine Hark und Wolfgang Ullrich, Hilkje Charlotte Hänel und Ariadne von Schirach sowie Arnd Pollmann und Klaus Walter in drei Pro & Contras. Foto: Joanna Legid (aus der Reihe der Fotografin„Words that hurt“)  

 

„Der Ausnahmezustand ist zur Struktur des Regierens geworden“

Zu Weimarer Zeiten begünstigte der Ausnahmezustand die nationalsozialistische Herrschaft. Im Namen von Terrorbekämpfung und Überwachungsstaat kehre er heute wieder und stelle die Entrechtlichung auf Dauer: ein Gespräch mit dem italienischen Philosophen Giorgio Agamben. Illustration: © Ariel Davis 

 

Im falschen Körper?

Transsexuelle hadern mit ihrem angeborenen Geschlecht. In Teilen der Gesellschaft werden sie daher diskriminiert. Unsere Autorinnen Gloria Dell’Eva und Sandra Schmidt haben für ihre Reportage vier Transmenschen getroffen. Ihre Geschichten werfen ein neues Licht auf ein uns allen wohlvertrautes Konzept: Identität. Foto: © Melody Melamed

 

Der Wille zur Weisheit

Über 50 Jahre war Erwin Huber in den höchsten Ämtern der CSU tätig. Schaffte es von ganz unten nach ganz oben und fiel tief. Heute studiert der 73-Jährige Philosophie und stellt sich mit Martin Heidegger die Sinnfrage. Foto: Matthias Ziegler 

 

Sokrates und der Eros

In Platons „Gastmahl“, dem legendärsten Trinkgelage aller Zeiten, versuchen Athens Meisterredner das Wesen der Liebe, des Eros, zu fassen. Sokrates, Stargast des Gastmahls, klärte seine Zechkumpane vor 2400 Jahren auf. Sein Denken macht ihn bis heute zum unwiderstehlichsten unter allen Erotikern. Illustration: Louvre, Paris, France/Bridgeman Images

 

Inhalt

Intro /

  • Editorial
  • Beitragende
  • Inhalt

Arena /

  • Denkanstöße
  • Einwürfe 30 Jahre Mauerfall / Brexit / Das Ende des sozialen Netzwerks / Erlass gegen Abtreibungsgegner
  • Sinnbild
  • Perspektive Giorgio Agamben: „Der Ausnahmezustand ist zur Struktur des Regierens geworden“
  • Fundstück Friedrich Engels: „Zur Wohnungsfrage“
  • Hausstreit Staat oder Individuum: Wer muss beim Klimaschutz vorangehen?
  • Dorn denkt Die neue Hörigkeit Kolumne von Thea Dorn

Leben/

  • Weltbeziehungen Lässt sich Liebe regeln? / Fokus für Fluchttiere / Ikigai 
  • Der Wille zur Weisheit Erwin Huber im Porträt Von Dominik Erhard
  • Lösungswege Haben wir einen freien Willen?
  • Im falschen Körper? Reportage über Transsexualität  von Sandra Schmidt und Gloria Dell'Eva
  • Unter uns Die Sache mit den Spaghetti Kolumne von Wolfram Eilenberger

Dossier /  Das sensible Selbst

  • Resilienz versus Verletzlichkeit Von Svenja Flaßpöhler
  • Die Grenze des Zumutbaren Pro & Contra zu aktuellen Streitfragen
  • Dialektik der Sensibilität Essay von Andreas Reckwitz
  • Interview mit Judith Butler „Verletzungen bilden gesellschaftliche Strukturen ab“

Klassiker/

  • Sokrates und der Eros Essay von Kerstin Decker
  • Übersicht Was ist Kritische Theorie?
  • Zum Mitnehmen Kierkegaards „Schwindel der Freiheit“ / Klassiker weltweit: Averroes
  • Menschliches, Allzumenschliches Comic von Catherine Meurisse

Bücher /

  • Kurz und bündig Kolumne von Jutta Person
  • Buch des Monats „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries
  • Jubiläum Herman Melville
  • Kolumne: Kolumne von Gert Scobel

Finale /

  • Ästhetische Erfahrung Musik: „STUMM433“ / Kino: „Gelobt sei Gott“ von François Ozon / Ausstellung: Edvard Munch
  • Agenda
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