Akzidens

Vom lateinischen accidere, „das, was geschieht“, nach dem griechischen symbebékos, „zusammengekommen, zufällig“. Als Akzidens wird, nach Aristoteles, eine nicht notwendige Eigenschaft einer Sache bezeichnet, die mit ihrer Substanz „einhergeht“. Das Akzidens existiert nicht aus sich selbst heraus, sondern immer durch eine andere Sache. Es ist eine Eigenschaft, die nicht zu den wesentlichen Merkmalen eines Einzeldings oder eines Lebewesens gehört. Was dabei jeweils „akzidentiell“ ist, kann verändert werden oder auch ganz verschwinden, ohne dass davon die Substanz des individuellen Lebewesens oder der Sache betroffen würde. So bleibt ein Mensch, der ein Bein verliert, dennoch ein Mensch, und ein Tisch bleibt immer noch ein Tisch, auch wenn man ihn neu anstreicht. An den Zufall geknüpft, gilt nach Ansicht von Aristoteles, dass es „für das Akzidentielle keine bestimmte, sondern nur eine beliebige Ursache gibt, und diese ist unbestimmbar“ (Metaphysik). Während in der Philosophie das Akzidens auch eine positive Bedeutung haben kann, wie wenn man etwa beim Graben einer Grube unverhofft auf einen Schatz stößt, behält es im alltäglichen Sprachgebrauch meist nur seinen negativen Charakter: Hier beschreibt das Akzidentelle das, was auf unvorhersehbare und unglückliche Weise geschieht (vgl. englisch accident: Unfall, Unglück).