Dualismus

Bezeichnung für jede Doktrin, die zwei irreduzible (nicht aufeinander rückführbare, reduzierbare) und unabhängige Prinzipien oder Realitäten zulässt. In der Philosophie wird zum Beispiel unterschieden zwischen dem Sinnlichen und dem Intelligiblen, Natur und Technik, Materie und Geist oder Gut und Böse. Im Gegensatz zum Monismus, wie etwa dem von Parmenides, der davon ausgeht, dass „denken und sein dasselbe ist“, oder dem von Spinoza, der Gott und Natur gleichsetzt, wird der Dualismus oft als eine Schwäche in einem philosophischen System angesehen, weil er von der Unfähigkeit zu zeugen scheint, die Beziehung zwischen den beiden gegensätzlichen Begriffen zu denken. Diese Schwierigkeit kann aber auch als demütiges Eingeständnis der endlichen Grenzen menschlichen Wissens verstanden werden. So ist das Problem des Dualismus von Seele und Körper in Descartes' Werk viel kritisiert worden, ohne eine befriedigende Lösung zu finden - wie die Debatten des zwanzigsten Jahrhunderts über das noch immer aktuelle Leib-Seele-Problem bezeugen.