Endlichkeit / Das Endliche

Bezeichnet den endlichen, begrenzten Charakter der menschlichen Existenz. Diese Begrenzung besteht sowohl für seine Lebenszeit als auch für seine Erkenntnismöglichkeiten: die Endlichkeit des Menschen ergibt sich daraus, dass er weder unsterblich noch allwissend ist. In der antiken griechischen Philosophie führt das dazu, dass auch seinen Begierden Grenzen gezogen werden (bei den Epikureern) und dass er das eigene Schicksal annehmen soll (bei den Stoikern). Später untersucht vor allem Kant mit seiner kritischen Methode („Kritik“ stammt vom griechischen krinein = eingrenzen, unterscheiden) die Grenzen unserer möglichen Erkenntnis. Wobei er feststellt, dass die metaphysischen Grundannahmen für den Menschen problematisch, nämlich der Wissenschaft unzugänglich bleiben. Paradoxerweise dienen aber gerade die Grenzen des Wissens dazu, eine Moral zu ermöglichen und zu erfordern. Die Erkenntnis unserer Endlichkeit kann einerseits als tragisch empfunden werden (so beispielsweise bei Cioran); auf der anderen Seite lädt sie zur Demut und Weisheit ein. So schreibt Pascal: „Der Mensch ist so groß, dass seine Größe sich selbst darin zeigt, dass er sein Elend erkennt.“ (Gedanken über die Religion). Für den atheistischen Existentialismus, vor allem den Heideggers, bedingt das "Sein zum Tode" unsere Öffnung zur Welt und ermöglicht erst unsere Infragestellung des Daseins.