Ethik

Vom griechischen ethikos („was die Sitten betrifft“), das seinerseits abgeleitet ist von ethos (sowohl „Gewohnheit“ als auch „Charakter“). Ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit den grundlegenden Fragen der Moral befasst. Ursprünglich hatten Ethik und Moral dieselbe Bedeutung („Moral“ kommt vom lateinischen moralis: „auf die Sitten bezogen“, und ist eine wortgetreue Übersetzung des griechischen „Ethik“ von Cicero). Beide Begriffe bezogen sich so auf die praktische Disziplin, die aussagt, was gut und was schlecht an einem menschlichen Verhalten ist. Oft mit einem (übertriebenen) Moralismus verwechselt, wurde die Moral allerdings zunehmend abgewertet, während das Ansehen der Ethik hinzugewann, die als eine durch die Vernunft konstruierte Wissenschaft darstellt wurde. Mit dem zunehmenden Bedeutungsverlust der Religion ist die Ethik tendenziell pluralisierter und differenzierter geworden, insbesondere aufgrund des Wandels der Sitten und wegen des technischen Fortschritts. Dies erklärt das Aufkommen u.a. einer Bio- und einer Umweltethik. Heute unterscheidet man in der Ethik drei oft miteinander konkurrierende Hauptströmungen: die deontologische Ethik (basierend auf der Pflicht und den a priori gegebenen Prinzipien), die konsequentialistische Ethik (die von dem gewünschten Ergebnis ausgeht und die Folgen einer Handlung für entscheidend hält, wie der Utilitarismus) und die Tugendethik (bei der die moralische Qualität des Handelns und der handelnden Person im Vordergrund steht).