Existenz

Aus dem Lateinischen exsistere (entstehen, hervortreten). Die Existenz beschreibt die Tatsache des Seins, unabhängig von jeglichem möglichen Wissen (Bewusstsein) davon. Sie unterscheidet sich von der Essenz, die bestimmt, was ein Einzelding ist, und vom Nichts, das per Definition keine Wirklichkeit besitzt. Mit Ausnahme von Gott, dessen Existenz ewig ist, ist das Wesen der Existenz endlich, d.h. zeitlich begrenzt. In dieser Hinsicht ist die Existenz dem Tod entgegengesetzt. Die Tatsache, dass der Mensch weiß, dass er sterblich ist, führt ihn dazu, über den Sinn seiner Existenz nachzudenken, denn diese mag ihm als kontingent (zufällig, nicht notwendig) und daher absurd erscheinen. Die philosophischen Denkrichtungen, die ihre Reflexion über die Existenz in den Mittelpunkt stellen, werden als existentialistisch bezeichnet. Der christliche Existenzialismus (der von Pascal oder Kierkegaard) sieht in der Tragik einer als endlich empfundenen Existenz die Chance zur Bekehrung zu Gott. Der atheistische Existenzialismus (insbesondere der von Sartre) ist der Auffassung, dass die Endlichkeit kein Hindernis für die Freiheit ist und dass sich der Mensch durch seine Entscheidungen verwirklicht. Diesen letztendlich positiven Interpretationen der Existenz stehen jene pessimistischen, wie die Schopenhauers, gegenüber, der der Ansicht ist, dass „das Leben ein Geschäft ist, das die Kosten nicht deckt“, oder die von Cioran, der „den Nachteil, geboren zu sein“ beklagt.