Glück

Ein Zustand intensiver und dauerhafter Zufriedenheit, der sich vom Vergnügen unterscheidet, das immer nur kurz und partiell andauert. Während jeder Momente des Vergnügens kennt, so erreichen doch nicht alle diesen inneren Frieden, der das Glück auszeichnet. Dies gilt umso mehr, als es häufig von einem glücklichen Schicksal („Glück“ kommt von einem guten Omen: bonum augurium), vom Zufall, abhängt, ob man diesen Zustand erreicht, und nicht allein vom eigenen Zutun und Verdienst. Mehr als Ideal denn als Realität betrachtet, ist das Glück (eudaimonia) für die Stoiker der Geisteszustand eines Weisen, der, nachdem er sich alle wichtigen Tugenden angeeignet hat, stets das Gute betrachtet und praktiziert. Eine philosophische Lehre, die, wie die des Aristoteles, auf das Glück abzielt, nennt man Eudämonismus, und eine, die nach sinnlicher Lust und Vergnügen strebt, Hedonismus. Glücklichsein beschreibt dann sowohl einen psychischen Zustand als auch eine moralische Pflicht. Die Denker des 17. Jahrhunderts, wie Descartes oder Spinoza, nennen die Freude jene Leidenschaft, die die Seele stärkt. Mit dem Aufkommen der Demokratie legitimiert „das Streben nach Glück“ („the Pursuit of Happiness“), wie es in der amerikanischen Verfassung verankert ist, die Forderung nach einem gewissen materiellen Wohlstand, den die Konsumgesellschaft erfüllen soll. Während sich Vergnügen auch unter Einsatz künstlicher Mittel finden lässt, wendet sich die Suche nach dem Glück nun oft der Natur zu, der Authentizität des einfachen Lebens, das das „Gefühl des Daseins“ (Rousseau) erfahrbar macht.