Idee

Vom lat. idea, hervorgegangen aus dem griech. eidos: „Form, Gestalt, Idee“. Die mentale Repräsentation eines gedanklichen Objekts. Bei Platon ist die Idee nur durch die Vernunft zu begreifen und allein im Besitz ewiger Vollkommenheit und absoluter Realität. Der Weise ist derjenige, dem es gelingt, die Ideen des Schönen, des Wahren und Guten zu betrachten. Mit diesen philosophischen Betrachtungen stellt sich das Problem vom Ursprung der Ideen. Für Descartes sind sie angeboren, da sie sich auf ewige Wahrheiten beziehen, für Hobbes, Locke oder Hume sind sie das Ergebnis von Erfahrungen. Hume definiert sie sogar als „schwache Abbilder“ der lebhaft erfahrenen Eindrücke. Für Kant unterscheiden sich die Ideen von den Verstandesbegriffen dadurch, dass sie nicht erfahren werden können, weil sie kein korrespondierendes empirisches Objekt haben. Sie sind ein Produkt der Vernunft und notwendig, um den Menschen moralisch zu leiten. Hegel verabsolutiert die Idee und definiert sie als „Einheit des Begriffs und der Realität“ (Wissenschaft der Logik), das heißt als Rationalisierung von allem, was real ist, und Verwirklichung von allem, was rational ist. Der Ausdruck findet sich heutzutage vor allem in der Psychologie, die unterscheidet zwischen allgemeinen Ideen (wie zum Beispiel der von einem Vogel), die auf einer erfahrungsgestützten Abstraktion beruhen, und universellen Ideen (wie die des Dreiecks), die allein auf Basis ihrer Definition entwickelt wurden.