Pessimismus

Vom lat. pessimus, Superlativ von malus, „schlecht“. Der Ausdruck kennzeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch die Tendenz, stets die schlechte Seite der Dinge zu sehen. In der Philosophie bezeichnet er jede Doktrin, die die Ansicht vertritt, dass das Böse in der Welt das Gute überwiegt, das Leiden die Freude. Schopenhauer ist der Philosoph schlechthin, der diese Position vertritt: Er vergleicht das Leben mit „einem Pendel, das zwischen Schmerz und Langeweile hin- und herschwingt“ oder mit „einem Geschäft, das die Kosten nicht deckt“. Gegen den Optimismus von Leibniz setzt er die Überzeugung, wir lebten in „der schlechtesten aller möglichen Welten“. Nietzsche wirft ihm vor, aus dem Schmerz den Inhalt seiner Philosophie gemacht zu haben und mit seinen Gedanken nur seine tiefe Verachtung gegenüber dem Leben auszudrücken. Der Pessimismus ist nicht zu verwechseln mit dem Fatalismus, also dem Glauben an ein unabwendbares Schicksal, das glücklich oder unglücklich sein kann.