Ziel/ Endzweck

Eigenschaft von etwas, das ein Ziel anstrebt und dabei die eingesetzten Mittel diesem Zweck anpasst. Als Gegenstand der Teleologie (von teleos: Ziel) sind die naturgegebenen Ziele ein Hauptkonzept der Philosophie des Aristoteles, der ihre Manifestationen in der Untersuchung der Lebewesen findet. Überzeugt davon, dass „die Natur nichts umsonst tut“, dehnt Aristoteles das Prinzip des Telos auf physische Objekte aus (für ihn neigen die Elemente freiwillig zu ihrem „richtigen Platz“: der Stein nach unten und damit zur Erde, das Feuer nach oben und damit zum Himmel,...). Diese Ausweitung auf das Immaterielle wird im 17. Jahrhundert von den Befürwortern des Mechanismus (Galileo, Descartes) kritisiert. Sie wird von Kant aufgegriffen und präzisiert, indem er das mechanistische Weltbild und die Zweckmäßigkeit zusammenführt und zwischen dem „inneren Zweck“ bei Wirkungsweise von Lebewesen und dem „äußeren Zweck“ unterscheidet, bei der ein Ding in der Natur als Mittel zum anderen dient. Was Kunstwerke betrifft, ist ihr Endzweck nicht von Belang, selbst wenn diese doch auch immer das Ziel haben, zu gefallen. Das Schöne kann daher paradoxerweise als nach einem „ziellosen Ziel“ strebend definiert werden. Im Allgemeinen widerspricht das Prinzip der Zweckmäßigkeit dem wissenschaftlichen Geist, der darin eine Projektion der menschlichen Wünsche sieht. Dennoch scheint sie unverzichtbar, um die Phänomene der belebten Natur zu beschreiben.