Wert

Vom lat. valere, „wert sein, gelten“, seinerseits vom griech. axios, „was Wertschätzung verdient“. Eigenschaft einer Sache, die sie objektiv erstrebenswert macht. Die „Lehre von den Werten“ ist die Axiologie, diese finden sich in verschiedenen philosophischen Teilgebieten. In der Moral bezeichnet sie nach Platon das, was das Handeln leiten soll, nämlich das Gute. Für Nietzsche, der alle metaphysischen Werte umwälzen will, ist es das Leben selbst, begriffen als „Wille zur Macht“, der von nun an als Wert verstanden werden muss. Sartre vertritt die Auffassung, dass allein die Freiheit Grundlage aller Werte sein kann. In der Ökonomie ist der Gebrauchswert die Eigenschaft einer Ware, die Bedürfnisse des Einzelnen befriedigen zu können. Marx sieht im Kapitalismus eine Verkehrung des Verhältnisses der Menschen zum Produkt ihrer Arbeit; der Gebrauchswert wird ersetzt durch den Tauschwert als Quelle des Profits. In der klassischen Logik ist der Wert einer Annahme das, was es erlaubt, sie als wahr oder falsch einzustufen. In der modernen Logik kommen noch andere Werte hinzu (wie das Mögliche, das Wahrscheinliche, usw.). In der Ästhetik bezeichnet der Wert, neben der Norm des Schönen (aber auch anderen ästhetischen Prädikaten), die es erlaubt, ein Werk zu beurteilen, den Grad der Abstufung zwischen Hell und Dunkel einer gemalten Oberfläche (Tonwert). Schwarz und Weiß sind demnach keine Farben, sondern Werte. Schließlich ist es wichtig, zwischen Fakten und normativen Werten (Werturteilen, Bewertungen) genau zu unterscheiden. Der Soziologe Weber zeigt, dass die Sozialwissenschaften, wenn sie der Parteilichkeit und dem inhärenten Wertekonflikt entkommen wollen, Werturteile vermeiden und stattdessen über die Verhältnisse zu den Werten nachdenken müssen, also hinsichtlich möglicher Werturteile neutral bleiben müssen. Es ist aber umstritten, ob eine werturteilsfreie Wissenschaft überhaupt möglich ist.