Analytische Philosophie

Eine philosophische Strömung, die aus den Arbeiten der Logiker Frege und Russell zur Erneuerung der Logik zum Ende des 19. Jahrhunderts hervorgegangen ist. Diese neue Logik wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich vom Wiener Kreis (Rudolf Carnap und vor allem Wittgenstein, der später Professor in Cambridge wurde) weiterentwickelt und auf die Sprache angewandt, um deren undurchsichtigen Gebrauch zu klären. Sie prägt die gesamte angelsächsische Philosophie seit mehr als einem Jahrhundert. Im Gegensatz zur sogenannten Kontinentalphilosophie (die ihrerseits die Phänomenologie bevorzugt) ist die analytische Philosophie vor allem durch ihre Methode der genauen Analyse der Sprache charakterisiert, die zum Ziel hat, die falschen, nur vermeintlichen Probleme der Philosophie aufzuspüren, die durch die Mehrdeutigkeit des alltäglichen Sprachgebrauchs entstehen, und sie anschließend zu logisch gültigen Aussagen neu zu formulieren, die eine empirisch überprüfbare Grundlage aufweisen. Diese sehr rigorose Methode, die die Einzelheiten der spezifischen Probleme, die sie untersucht, bis zum Äußersten aufschlüsselt, hat sich sowohl für die Philosophie des Geistes (Moore, Quine, Lewis, Ryle, Nagel) als auch für die Sprachphilosophie (Austin, Searle), für die Handlungstheorie (Anscombe, Davidson), für die politische Philospohie (Rawls, Nozick), die Ästhetik (Goodman, Danto) und sogar für die Metaphysik (Whitehead, Strawson, Kripke) und die Theologie (Swinburne) als fruchtbar erwiesen. Heutzutage ist sie auch außerhalb der Philosophie weit verbreitet und in regem Gebrauch, zum Beispiel in der Kognitionswissenschaft oder in der Kommunikationstheorie.