Macht meine Arbeit noch Sinn?

Nummer Nr. 24 - Okt./Nov. 2015

 

Dossier: Macht meine Arbeit noch Sinn?

Die Forderung nach dem Aufgehen der eigenen Existenz im Beruf trifft auf eine Arbeitswelt, in der die Ergebnisse des eigenen Tuns vor allem durch die Digitalisierung immer schwerer fassbar sind. Wenn Arbeit ohne Werk überhaupt erfüllend sein kann, unter welchen Bedingungen ist dies möglich? Oder entlarvt uns bereits die Hoffnung, unsere Erwerbstätigkeit sollte sinnvoll sein, als willige Sklaven des Systems? Mit Beiträgen von Byung-Chul Han, Matthew Crawford, Nils Markwardt und Svenja Flaßpöhler.

 

"Gott will mich nicht!"

Michel Houellebecq ist einer der großen Nihilisten unserer Zeit. Seine Romane kreisen um die Verlorenheit des postmodernen Individuums und machten ihn zu einem der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Autoren der Gegenwart. Im Interview blickt der französische Schriftsteller tief in die Abgründe der europäischen Kultur – und seiner eigenen Seele.

 

Der nächste Dalai Lama?

Wer wird nach dem Tod des Dalai Lama das geistige Oberhaupt der Tibeter sein? Ogyen Trinley Dorje, ein schüchterner und ernster junger Mann, den man den Karmapa nennt. Er wird verehrt wie ein Gott. Michel Eltchaninoff hat ihn im indischen Dharamsala getroffen. Eine Reportage über ein religiöses Erbe, das dem Netz globalisierter Politik nicht entrinnen kann.

 

Modern begraben? Ein Text von Hartmut Rosa

Immer mehr Menschen bevorzugen statt einer traditionellen Sarg- oder Urnenbeisetzung eine Feuer-, See- oder Waldbestattung. Dahinter steht oft der Wunsch, auch nach dem Tod mit der Natur möglichst nah verbunden zu sein. Unser Kolumnist Hartmut Rosa vermutet, dass dieser Gedanke auf einer großen Selbsttäuschung beruht.

 

Der Klassiker: Barthes und die Sprache der Liebe

Liebe ist die innigste Erfahrung, die wir im Leben machen dürfen. Jeder Liebende glaubt, dass niemand zuvor etwas Ähnliches empfunden hat. Was für eine Illusion! – meint der Philosoph Roland Barthes. Jede Liebesbeziehung durchläuft bestimmte Figuren, mit denen die Leidenschaft erzählt und erklärt wird. Denn der Liebeswahn wird stets durch die Sprache gelebt. In seinen Fragmenten untersucht Barthes die chaotische Logik unserer Gefühle.

 



 

Inhalt

 

Intro

  • Editorial
  • Barbara Bleisch beantwortet Leserfragen
  • Kinder fragen Tomi Ungerer
  • Leserbriefe

Zeitgeist

  • Sinnbild
  • Denkanstöße
  • Resonanzen Wie sich Hollywood unser Innenleben vorstellt / Hacker terrorisieren unsere Privatsphäre / Japans Abschied von der Friedensverfassung
  • Weltbeziehungen  Modern begraben? Kolumne von Hartmut Rosa
  • Kaufrausch Brauchen wir Moskitomagneten? Kolumne von Markus Krajewski

Horizonte

  • Gespräch Ein Besuch bei dem französischen Skandalautor Michel Houellebecq
  • Reportage Das Kind, das kein Buddha werden wollte Von Michel Eltchaninoff

Dossier: Macht meine Arbeit noch Sinn?

  • Die neue Sinnlosigkeit des Homo fluxus  Von Nils Markwardt
  • Vom Beruf zur Berufung Fünf Fallbeispiele, kommentiert von Svenja Flaßpöhler
  • Die Arbeits-Weisen – Ein philosophisches Pro und Contra von Michel Eltchaninoff
  • Dialog Macht euch die Hände schmutzig! Mit Pascal Chabot und Matthew Crawford
  • Essay Das falsche Versprechen der Arbeit Von Byung-Chul Han

Ideen

  • Das Gespräch Luciano Floridi über digitale Macht
  • Werkzeugkasten Lösungswege / Manneswasser / Die Kunst, recht zu behalten
  • Der Klassiker Barthes und die Sprache der Liebe + Sammelbeilage: „Fragmente einer Sprache der Liebe“ Mit einem Vorwort von Tiphaine Samoyault und einem Überblick von Mathilde Lequin

Bücher

  • Buch des Monats Satan wohnt hier nicht mehr
  • Thema Das Ich im Gesicht – Drei neue Bücher untersuchen das Potenzial des Porträts Von Hans-Peter Kunisch
  • Scobel.Mag Tatjana Schönwälder-Kuntze: "Philosophische Methoden zur Einführung" (Junius)

Finale

  • Agenda
  • Comic
  • Spiele
  • Lebenszeichen Von Tieren lernen: Der Weißstorch / Das Gare ist das Wahre
  • Sokrates fragt Sophie Hunger antwortet