Früher wurden Opfer abgewertet, heute wird ihnen zunehmend Mitgefühl und Aufmerksamkeit, manchmal gar Verehrung entgegengebracht, meint die Philosophin Maria-Sibylla Lotter. Ein Gespräch über einen Fortschritt mit Kehrseite, den Wandel des Traumabegriffs und die Fälle von Collien Fernandes und Gisèle Pelicot.
In unserer Reihe fragen wir nach den derzeit größten Bedrohungen der Freiheit. Sieben führende Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen, die derzeit Fellows am St. Gallen Collegium sind, geben Antworten. Der Philosoph Andreas Lingg meint: Statt auf der großen Bühne müssen Zukunftsszenarien im Konkreten entwickelt werden.
Social-Media Plattformen nutzen unser limbisches System, um uns auf den Seiten zu halten. Das ist auch Ausdruck des aporetischen Verhältnisses zwischen Freiheit und Unfreiheit, das den Kapitalismus ausmacht. Um dieses zu verstehen, kann uns der antike Begriff der Willensschwäche helfen.
Ist der Konservatismus noch ein tragender Pfeiler der liberalen Demokratie? Der CDU-Minister Nathanael Liminski und der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher im Gespräch über anspruchsvollen Konservatismus, sein Verhältnis zum Christlichen und darüber, wie man die AfD widerlegt.
Wer vor der antisemitischen Ideologie des iranischen Regimes nicht die Augen verschließt, müsse den israelischen und US-amerikanischen Angriff auf die islamische Republik begrüßen, meint der Politikwissenschaftler Stephan Grigat.
Eine historische und gegenwärtige Analyse des Antisemitismus mit einem Plädoyer für Militärschläge als praktizierte Kritik.
Viele Menschen im Iran und im Ausland haben den Angriff der USA und Israels auf das Mullah Regime begrüßt. Doch legitimiert die Hoffnung auf einen Fall des Regimes diesen Krieg? Im Interview legt Reza Mosayebi, Moral- und Rechtsphilosoph, dar, warum der iranische Staat seinen Schutz verwirkt haben könnte und die Zeit der Abwägungen und Kompromisse vorbei ist.
Institutionelle Bildung ist für Peter Sloterdijk der Kern eines reflektierten Konservatismus. Aber was genau soll tradiert werden in einer sich rasant wandelnden Zeit? Ein Gespräch über moderne Verdampfungsprozesse, Kulturkämpfe und den Strahlenschutz der Vorsokratiker.
Der Konservatismus entstand nicht erst 1789 in Reaktion auf die Französische Revolution, sondern bereits im frühneuzeitlichen Kampf gegen das absolutistische Königtum. Sein Ursprung ist also nicht antidemokratisch, sondern antizentralistisch. Eine Position, die bis heute nachwirkt.
Heute vor 30 Jahren ist Hans Blumenberg gestorben. Für ihn hatte jede Epoche ihre eigene Wirklichkeit, die durch das Studium ihrer Metaphern entschlüsselt werden kann. Um nämlich mit den übermächtigen Realitäten fertigzuwerden, erzählen sich die Menschen seit jeher Geschichten, aus denen die Geschichte hervorgeht.
Konservativ – sich so zu nennen, kommt für viele nicht in Frage, dabei haben wir alle doch etwas, das wir bewahren wollen: Natur, Gemeinschaft, Kultur, Freiheit. Was unterscheidet das Ewiggestrige vom weisen Bewahren? Und das Konservative als stabilisierende, demokratische Kraft von reaktionärem Begehren?