Das spätmoderne Individuum hält sich für freier denn je, doch ist eigentlich gefangen im Zwang zu Selbstverwirklichung und Informationsaufnahme, meint Byung-Chul Han. Der Philosoph lädt deshalb ein zu Wiederholungen, die Neues entfalten, und Ritualen, die Gemeinschaft stiften.
LLMs wie ChatGPT können nicht nur Informationen ausgeben, sondern auch Entscheidungen für uns fällen. Aber sollten wir uns darauf einlassen? Daniel Bracker zeigt, warum es mit Blick auf epistemische Autonomie und unsere Selbstkonstitution entscheidend ist, dass wir das Urteilen nicht der KI überlassen.
Niklas Süles Körper ist längst kein privater mehr. Er dient der Öffentlichkeit als Bühne, auf der sich zeigt, wie fragil das Ideal des starken, kontrollierten Mannes geworden ist. Sein Fall legt offen, wie sich hegemoniale Männlichkeit durch Abwertung, Disziplin und Körperlesarten immer wieder neu stabilisiert.
Die Außenpolitik der Trump-Regierung scheint auf einen amerikanischen Großraum von Grön- bis Feuerland hinauszulaufen. Das erinnert viele Kommentatoren an die Weltordnungspläne Carl Schmitts. Doch der hätte über Trumps globale Dealmaking-Strategie wohl nur die Nase gerümpft. Schmitts Geist müssen wir heute eher in Peking suchen.
Was ist aus dem Pinguin von Werner Herzog geworden? Der, den der deutsche Dokumentarfilmer in Begegnungen am Ende der Welt (2007) gefilmt hat und der sich in der weißen Weite der Antarktis verirrt. Er ist sicherlich gestorben. Aber warum ist er in seinen eigenen Tod gelaufen?
Die religiösen Aspekte des modernen Antisemitismus sind heute sichtbar wie lange nicht – blieben in der Forschung aber lange Zeit unterbelichtet. Dabei ist das erlösungsantisemitische Ressentiment nicht ohne die Geschichte des christlichen (und islamischen) Antijudaismus zu verstehen und hat mehr mit der Theodizee-Frage zu tun, als gemeinhin angenommen wird.