Venezuela, Nigeria, Iran – die USA führen wieder Kriege. Sind sie doch noch der Weltpolizist? Oder handelt es sich um eine neue Figur der Globalpolitik, eine, die im Schatten agiert, jenseits des Rechts, und mit dem Auftrag, den Spätliberalismus zu retten? Sind die USA der Weltspezialagent?
Wer unsere digitale Gegenwart verstehen will, muss ihre kybernetischen Wurzeln kennen, schreibt Anna-Verena Nosthoff in ihrem jüngst erschienenen Buch Kybernetik und Kritik. Im Interview erklärt sie das mechanistische Menschenbild der Kybernetik, was Fitness-Tracker mit kybernetischer Regierungskunst zu tun haben und warum Elon Musk einen neuen Typus des autoritären Kybernetikers verkörpert.
Während sich die AfD als volksnahe Anti-Establishment-Partei inszeniert, agiert sie im Hintergrund autoritär – eine Strategie, die der Soziologe Stuart Hall schon bei Margaret Thatcher feststellte und als autoritären Populismus bezeichnete. Lässt sich damit der Erfolg der AfD erklären?
Der diesjährige Gewinnerfilm des Goldenen Bären Gelbe Briefe von İlker Çatak eröffnet die Frage nach dem richtigen Handeln im Falschen. Was tun, wenn der Heimatstaat ins Autoritäre kippt? Der Film zeigt, wie wertvoll und verletzlich die Meinungsfreiheit ist und wird damit zum kritischen Kommentar gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
Donald Trump scheint mit den verheerenden Angriffen auf den Iran am Samstagmorgen die Gunst der Stunde genutzt zu haben – jedoch ohne eine entsprechende Taktik zu besitzen. Martin Legros zeigt mit Machiavelli, warum es auf das Zusammenspiel von fortuna und virtu ankommt.
Der Angriff auf die Islamische Republik Iran ist nicht nur juristisch zu rechtfertigen, sondern stellt auch einen wichtigen Schritt zur Befreiung deren Bürgerinnen und Bürger dar, meint der Politikwissenschaftler Resa Memarnia. Wer die Menschen im Iran als Subjekte ernst nimmt, müsse ihnen die Fähigkeit zutrauen, einen freien und demokratischen Staat aufzubauen.
Unser Tätigsein in der Welt gleicht zunehmend einer bloßen Programmausführung, so lautet die große Zeitdiagnose, die Hartmut Rosa in seinem neuen Buch Situation und Konstellation entwickelt. Durch Regeln, Vorgaben und Algorithmen verwandelt sich das Handeln in ein reines Vollziehen.
Wie weit darf die Macht des Staates reichen, damit Bürgerinnen und Bürger sich fürs Gemeinwohl engagieren? Sollten wir auf die Pflicht setzen? Oder auf Freiwilligkeit? Thea Dorn und Stefan Gosepath sind uneins: Während die Schriftstellerin eine Rückkehr zu republikanischen Tugenden fordert, steht der Philosoph einem staatlichen Zwang positiver gegenüber.
Die Autonome Verwaltung von Nord- und Ostsyrien (AANES) ist Anfang Februar faktisch an ihr Ende gelangt. Siamend Hajo und Eva Savelsberg vom „Europäischen Zentrum für Kurdische Studien“ blicken auf die zurückliegenden Entwicklungen und erklären, was es für ein tatsächlich inklusives Syrien vor dem Hintergrund der aktuellen Lage bräuchte.