Der Satiriker Florian Schroeder hat ein Buch über den zeitgenössischen Glücksterror geschrieben. Im Interview spricht er über die Untiefen der kulturindustriellen Glücksmärkte, LSD-Retreats und Kuschelseminare, die „Ideologie des Positiven“ als Grundlage des Rechtslibertarismus und darüber, dass Glück nicht erstrebenswert ist.
In unserer Reihe fragen wir nach den derzeit größten Bedrohungen der Freiheit. Sieben führende Forscher*innen aus unterschiedlichen Disziplinen, die derzeit Fellows am St. Gallen Collegium sind, geben Antworten. Der Politikwissenschaftler Daniel Trusilo meint: Algorithmen, die Inhalte und Informationen selektieren, sind ein zentrales Problem.
In unserer Rubrik Auf einen Blick machen wir Begriffsgeschichte in einem Schaubild verständlich. Diesmal: Philosophische Anthropologie. Nach dem Ersten Weltkrieg bildete sich in Deutschland die philosophische Anthropologie heraus. Ihre Grundfrage war einfach, aber radikal: Was ist der Mensch?
Ali Larijani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, wurde am Montag bei einem israelischen Luftangriff getötet. Bevor er zu einer tragenden Säule des repressiven Regimes wurde, promovierte er über Kant. Wie passt das zusammen? Kurz vor Larijanis Tod haben wir mit Roman Seidel, Autor des Buchs Kant in Teheran, über die iranische Rezeption des Königsberger Denkers gesprochen.
In einer Welt voller Informationen und spezialisiertem Wissen sind Expert:innen Autoritäten, denen wir folgen sollten, meint der Philosoph Thomas Grundmann. Ein Gespräch über die Grenzen und die Notwendigkeit kritischen Denkens – von Verschwörungstheorien bis hin zu den Lehren aus der Corona-Pandemie.
Der Philosoph und Psychoanalytiker Jacques Lacan war ein Herrschaftskritiker und Nonkonformist. Zugleich aber warf er der 68er-Bewegung vor, das Wesen moderner Machtapparaturen zu verkennen. Ihr anti-autoritärer Hedonismus gehe letztlich jenen Demagogen auf den Leim, die mit vermeintlich erfüllbaren Glücksversprechen locken. Mit Lacan lassen sich im Antiautoritarismus von gestern die Keime des Autoritarismus von heute entdecken.
Geopolitische Umbrüche setzen Europa unter Druck. Wohin steuert der Kontinent, der nach 1945 im „Nie wieder!“ vereint war? Auf dem Berliner Philosophie-Festival Philo.live! diskutierten Peter Sloterdijk und Daniel Cohn-Bendit über die Zukunft Europas. Beide wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg geboren. Lässt sich aus der Tiefe der Vergangenheit die Kraft ziehen, um den neuen Herausforderungen zu begegnen?
Tupoka Ogette: „Ich habe alles versucht, um die DDR-Herkunft schnellstmöglich ‚loszuwerden‘“
In ihrem neu erschienenen Buch Trotzdem zuhause erzählt die Autorin Tupoka Ogette von ihrer Kindheit in der DDR, der Flucht sowie Gewalt- und Rassismuserfahrungen. Ein Gespräch über Zugehörigkeit, die Identität im Dazwischen und die Last, stets als anders wahrgenommen zu werden.