Der Philosoph und Psychoanalytiker Jacques Lacan war ein Herrschaftskritiker und Nonkonformist. Zugleich aber warf er der 68er-Bewegung vor, das Wesen moderner Machtapparaturen zu verkennen. Ihr anti-autoritärer Hedonismus gehe letztlich jenen Demagogen auf den Leim, die mit vermeintlich erfüllbaren Glücksversprechen locken. Mit Lacan lassen sich im Antiautoritarismus von gestern die Keime des Autoritarismus von heute entdecken.
Geopolitische Umbrüche setzen Europa unter Druck. Wohin steuert der Kontinent, der nach 1945 im „Nie wieder!“ vereint war? Auf dem Berliner Philosophie-Festival Philo.live! diskutierten Peter Sloterdijk und Daniel Cohn-Bendit über die Zukunft Europas. Beide wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg geboren. Lässt sich aus der Tiefe der Vergangenheit die Kraft ziehen, um den neuen Herausforderungen zu begegnen?
Tupoka Ogette: „Ich habe alles versucht, um die DDR-Herkunft schnellstmöglich ‚loszuwerden‘“
In ihrem neu erschienenen Buch Trotzdem zuhause erzählt die Autorin Tupoka Ogette von ihrer Kindheit in der DDR, der Flucht sowie Gewalt- und Rassismuserfahrungen. Ein Gespräch über Zugehörigkeit, die Identität im Dazwischen und die Last, stets als anders wahrgenommen zu werden.
Suzanne Azmayesh: „Das iranische Volk wird nicht von heute auf morgen ein Pendant des Westens“
Die iranisch-französische Schriftstellerin Suzanne Azmayesh blickt auf den Krieg, den Israel und die Vereinigten Staaten gegen den Iran führen. Sie erklärt, was die vorausgegangenen Proteste aus ihrer Sicht von der „Grünen Revolution“ unterscheiden und welche Chancen für die iranische Bevölkerung nun bestehen.
Wer philosophiert, befindet sich irgendwo auf dem Globus. Hat dieser Ort einen größeren Einfluss, als wir gemeinhin annehmen? Ist das Denken ein Effekt seiner Umgebung? Ein Streifzug durch Länder und Städte, Landschaften, Klimazonen und Geschichten vom Geist der Geografie.
Venezuela, Nigeria, Iran – die USA führen wieder Kriege. Sind sie doch noch der Weltpolizist? Oder handelt es sich um eine neue Figur der Globalpolitik, eine, die im Schatten agiert, jenseits des Rechts, und mit dem Auftrag, den Spätliberalismus zu retten? Sind die USA der Weltspezialagent?
Wer unsere digitale Gegenwart verstehen will, muss ihre kybernetischen Wurzeln kennen, schreibt Anna-Verena Nosthoff in ihrem jüngst erschienenen Buch Kybernetik und Kritik. Im Interview erklärt sie das technisch-funktionale Menschenbild der Kybernetik, was Fitness-Tracker mit kybernetischer Regierungskunst zu tun haben und warum Elon Musk einen neuen Typus des autoritären Kybernetikers verkörpert.