Bot und Spiele
Kim Gordon, Ex-Musikerin von Sonic Youth, ergründet auf PLAY ME, wie Large Language Models in unsere Emotionen eingreifen.
Wenn eine Musikerin die Aufforderung „Play me“ auf ihre nackten Oberschenkel schreibt und ein Foto davon auf das Cover ihrer neuen Platte drucken lässt, dann könnte das leicht missverständlich wirken. Wer oder was soll hier bitte „gespielt“ werden: das unter der Hülle verborgene Album? Die unter dem Schriftzug und einem kurzen Lederrock verborgene Frau? Wenn die fragliche Musikerin allerdings Kim Gordon heißt und zu den radikalsten Künstlerinnen der Gegenwart zählt, dürfte klar sein: Die Ambivalenzen sind erstens gewollt – und zweitens weitaus vertrackter, als es zunächst den Anschein hat.
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