Wer ist mein wahres Selbst?

Nummer Nr. 27 - Apri/Mai 2016

 

Dossier: Wer ist mein wahres Selbst?

Echt sein. Einzigartig. Nie war die Sehnsucht nach Eigentlichkeit größer als heute. Gerade in Zeiten der digitalen Selbstdarstellung ist der Übergang von der gekommten Verstellung in die dauerhafte existenzielle Entfremdung fließend. Auch der Alltag ist bei genauerer Betrachtung eine Abfolge von Situationen, in denen man eine bereits vorbestimmte Rolle möglichst überzeugend zu spielen hat. Wie also kann der Mensch zu sich selbst finden? Gibt es Momente, Orte, Vorbilder des Authentischseins? Hatte Rousseau recht, wenn er den Rückzug zur Natur als Heilmittel anpries? Kommen wir unserem Selbst näher, wenn wir kreativ sind? Eigensinnig? Schlicht und ergreifend: anders? Oder liegt das Problem gerade in der permanenten Aufforderung, sich abzuheben von der Masse? Erleben wir gar einen wahrhaften Terror der Authentizität? Und wenn ja: Wie können wir ihm entkommen? Mit Beiträgen und anderen von Andreas Reckwitz, Byung-Chul Han, und Georg Bertram.

 

Utopia im Krieg

Ausgerechnet im blutig umkämpften Grenzgebiet zwischen Syrien, dem Irak und der Türkei findet derzeit eines der spannendsten politischen Experimente der Erde statt. Denn in Rojava (im Bild gelb) wird streng nach der anarchistisch inspirierten Vision von Murray Bookchin regiert. Wes Enzinna berichtet aus dem faktisch autonomen Kurdengebiet Syriens.

 

Das Ende der Selbstbestimmung?

Wie gestaltet sich Selbstbestimmung in einem digitalen Zeitalter, in dem viele Menschen technischen Strukturen - und damit oft allgegenwärtigen und anonymen Großkonzernen - in vielen Bereichen ihres Lebens die Kontrolle überlassen? Harald Welzer und Reinhard Merkel diskutieren angemessene Begriffe von Selbstbestimmung und Wege, sie zu implementieren.

 

Élisabeth Badinter: „Die Linke hat ihre Seele verloren“

Élisabeth Badinter ist Feministin und bedingungslose Anwältin des Laizismus, ein Prinzip, das die strikte Trennung von Kirche und Staat vorsieht. Nach den neusten Attentaten in Paris und der Rückkehr der Barbarei appelliert sie im großen Gespräch mit Nachdruck an die Vernunft, und schreibt über die politische Macht weiblicher Körper.

 

Machiavelli und der Krieg

Ist er das Ende oder vielmehr der Anfang aller Dinge? Und wirklich in jedem Fall ein vermeidbares Übel? Niccolò Machiavellis Werk über die „Kunst des Krieges“ formuliert Einsichten von trauriger Aktualität: Zwar mögen Machiavellis Antworten nicht immer unsere moralische Zustimmung verdienen. Sehr wohl aber unser politisches Interesse.

 



Inhalt

 

Intro

  • Editorial
  • Ihre Frage
  • Kinder fragen Tomi Ungerer
  • Leserbriefe

Zeitgeist

  • Sinnbild
  • Denkanstöße
  • Resonanzen AfD: Die Apokalypse für Deutschland? / Virtual Reality: Mark Zuckerbergs schöne neue Schattenwelt / US-Wahlkampf: Kann Clinton den Albtraum Trump verhindern?
  • Erzählende Zahlen Kolumne von Sven Ortoli
  • Weltbeziehungen  Da steckt doch was dahinter! Kolumne von Hartmut Rosa

Horizonte

  • Dialog Das Ende der Autonomie? Harald Welzer und Reinhard Merkel im Gespräch
  • Reportage Wes Enzinna über ein philosophisches Experiment im kurdischen Rojava

Dossier: Wer ist mein wahres Selbst?

  • Wenn die innere Stimme schweigt Von Svenja Flaßpöhler
  • Mein authentischer Tag: Protokoll eines Großstadtnomaden
  • Sind Kreative näher am eigenen Selbst? Andreas Reckwitz im Gespräch
  • Das bin ich Vier Porträts von David Lauer
  • Der Terror des Andersseins - Essay von Byung-Chul Han
  • Spielen wir immer nur Theater? Dialog zwischen Mourad Zerhouni und Georg Bertram

Ideen

  • Das Gespräch Élisabeth Badinter
  • Werkzeugkasten Lösungswege / Gedanken von Anderswo / Die Kunst, recht zu behalten
  • Der Klassiker Macchiavelli und der Krieg Von Nicolas Tenaillon + Sammelbeilage: „Die Kunst des Krieges“ Mit Jean-Claude Zancarini

Bücher

  • Buch des Monats Bürokratie. Die Utopie der Regeln.
  • Thema Wie gerecht ist Ungleichheit?
  • Dichter und Wahrheit Alexander Kluge
  • Scobel.Mag Die Philosophie-Magazin-Bestenliste

Finale

  • Agenda
  • Comic
  • Spiele
  • Lebenszeichen Von Tieren lernen: Der Löwe / Das Gare ist das Wahre
  • Sokrates fragt Nicolette Krebitz