Tag - Body
Reportage

Der Kampf um den stillen Ort

Jack Fereday veröffentlicht am 11 min

Jeden Morgen entleert fast eine halbe Milliarde Inder ihren Darm im Freien, was große gesundheitliche Probleme für die Bevölkerung mit sich bringt. Um dem abzuhelfen, möchte der Premierminister Narendra Modi ein „sauberes Indien“ und bis zum Jahr 2019 alle Haushalte mit Toiletten ausstatten. Doch der Bau von sanitären Anlagen ist auch eine kulturelle Baustelle: Beim Versuch, das Verhalten von Millionen Individuen zu verändern, wird Indien zu einem großen Experimentierfeld für biopolitische Strategien.

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Essay
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Der Körper ist eine Baustelle

Paula-Irene Villa

Auf natürliche Weise schön zu sein, ist ein sorgsam gepflegtes Ideal. Der bearbeitete, ausgestellte Körper hingegen wird zum Signum eines „bösen“ Schönheitswahns. Aber gibt es überhaupt so etwas wie einen ganz natürlichen Körper? Und wer fände ihn schön?


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Eric Klingenberg: "Singles sind keine tragischen Erscheinungen"

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Wer alleine lebt, galt lange Zeit als suspekt, gescheitert, gar asozial. Mittlerweile sind Single-Haushalte in Großstädten sogar die Norm. Der Soziologie Eric Klinenberg über romantische Vorurteile und den entscheidenden Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit


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Milliarden für Ideen

Wolfram Eilenberger

Es muss kein Fußballverein oder Düsenjet sein. Immer mehr sogenannte Superreiche geben einen Großteil ihres Vermögens für philanthropische Projekte aus. Auch die Philosophie ist davon mittlerweile betroffen. 500 Millionen Dollar plant allein der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen für die Ausarbeitung neuer Leitideen bereitzustellen. Lassen sich große Gedanken erkaufen? Und falls ja, mit welchen Zielen?


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Rebekka Endler: „Frauen passt die Welt nicht“

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Nicht genug Hosentaschen, zu kalte Büros, zu wenig Toiletten. Die Welt wird von Männern für Männer gemacht, schreibt Rebekka Endler in ihrem jüngst erschienenen Buch Das Patriarchat der Dinge. Warum dies auch noch im Jahr 2021 der Fall sei und weshalb sich das bald ändern könnte, erläutert sie im Interview. 

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Kann uns die Liebe retten?

Nils Markwardt

Der Markt der Gefühle hat Konjunktur. Allen voran das Geschäft des Onlinedatings, welches hierzulande mit 8,4 Millionen aktiven Nutzern jährlich über 200 Millionen Euro umsetzt. Doch nicht nur dort. Schaltet man etwa das Radio ein, ist es kein Zufall, direkt auf einen Lovesong zu stoßen. Von den 2016 in Deutschland zehn meistverkauften Hits handeln sechs von der Liebe. Ähnlich verhält es sich in den sozialen Netzwerken. Obwohl diese mittlerweile als Echokammern des Hasses gelten, strotzt beispielsweise Facebook nur so von „Visual-Statement“-Seiten, deren meist liebeskitschige Spruchbildchen Hunderttausende Male geteilt werden. Allein die Seite „Liebes Sprüche“, von der es zig Ableger gibt, hat dort über 200 000 Follower. Und wem das noch nicht reicht, der kann sich eine Liebesbotschaft auch ins Zimmer stellen. „All you need is love“, den Titel des berühmten Beatles-Songs, gibt es beispielsweise auch als Poster, Wandtattoo, Küchenschild oder Kaffeetasse zu kaufen.


Impulse
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Passwort? Vergessen!

Dominik Erhard

Geschätzt 20 Prozent aller Bitcoins befinden sich auf Konten, deren Zugangsdaten nicht mehr auffindbar sind. Das sind aktuell rund 115 Milliarden Euro. Nun erregte der Fall des deutschen Programmierers Stefan Thomas Aufsehen, der nicht mehr an seine 181 Millionen Euro kommt. Daran zeigt sich eindrücklich: Passwörter sind eine sprachphilosophische Herausforderung.

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Derrida und die Dekonstruktion

Svenja Flasspoehler

Das Kernanliegen Derridas lässt sich klar benennen: Es ging ihm darum, Machtverhältnisse aufzulösen – und zwar über und durch die Sprache. Was wir als Identität begreifen, so lautet die These Derridas, ist ein nachträglicher Effekt unseres sprachlichen Gebrauchs. Wenn wir also Zeichen anders verwenden, ihre Bedeutungen aufbrechen, verändern wir die Wirklichkeit: Genau dies ist das Versprechen der Dekonstruktion. Svenja Flaßpöhler führt in Derridas Denken ein und zeigt: Gerade jetzt, da die Diskussion um geschlechtliche und kulturelle Identität wieder entflammt, ist die Denkbewegung der Dekonstruktion aktueller denn je.

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Beweg dich!

Sport zu machen, kommt heute mehr einer gesundheitlichen Pflichterfüllung als einer geteilten freizeitlichen Aktivität mit anderen gleich. Kann es sein, dass wir Sport mittlerweile als reinen Zwang empfinden – und nicht als Lust, uns zu bewegen?