Der Staat und ich
In welchem Verhältnis steht der Staat zum Individuum? Wie weit reicht seine Gewalt? Was darf er verlangen? Wo endet seine Macht? Philosophiegeschichtlich wurden diese Fragen unterschiedlich beantwortet. Hier sieben Positionen.
1. Der Einzelne muss seine Funktion im Staat erfüllen!
Platon
428/427–348/347 v. Chr.
Im idealen Staat ist der Einzelne dem harmonischen Ganzen untergeordnet. Jeder Mensch erfüllt eine bestimmte Funktion, die seiner Natur und Befähigung entspricht. Der von Platon entworfene Idealstaat ist dabei streng hierarchisch in drei Stände gegliedert: An seiner Spitze stehen die Philosophen, unter ihnen die für Verteidigung und Schutz zuständigen Wächter, ganz unten die für die Versorgung zuständigen Bauern, Handwerker und Händler. Um die Orientierung am Gemeinwohl zu sichern, ist den oberen Ständen kein Eigentum erlaubt, zudem müssen sie Kinder und Frauen miteinander teilen.
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