Geteilte Angelegenheiten
Politik lebt von Gegensätzen. Doch bei einigen Themen und Ansätzen verschwimmen die Unterschiede zwischen den Lagern. Über drei Konzepte, die sowohl bei Konservativen als auch bei Linken Anklang finden.
Natur
Konservative Parteien treten heute eher als hindernde denn als treibende Kraft von Klimaschutzmaßnahmen auf. Dabei führen die Wurzeln des Umweltschutzes zurück zur konservativen Kulturkritik, die sich im späten 19. Jahrhundert in Ländern wie Deutschland, Großbritannien oder den USA regte. Als Reaktion auf die zerstörerische Kehrseite der Industrialisierung setzten deren Vertreter auf lokale ökologische Fürsorge, auf eine Pflege der die Gemeinschaft umgebenden Landschaft. Diese, so schreibt der Biologe Ludwig Trepl in Die Idee der Landschaft, soll zur Vollkommenheit gebracht werden, indem Schönheit, Eigenart und Vielfalt in ihr zusammenfließen – eine Naturbetrachtung, die an Johann Gottfried Herder anschließt. Es gilt, die wilde Natur so zu formen, dass ihre regionalen Besonderheiten zur Geltung kommen und den darin lebenden Menschen nützlich werden. Umgekehrt hat sich die Gemeinschaft gleichermaßen der Umgebung anzupassen, um ihre Schönheit nicht zu zerstören. Als Ideallandschaft gilt damit die „Kulturlandschaft“: eine organische Einheit von „Land und Leuten“, wie es bei Wilhelm Heinrich Riehl heißt, die dem Wesen beider entspricht. Der konservative Naturschutz besteht so historisch vor allem in einer eng miteinander verwobenen Heimat- und Denkmalpflege.
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