Konservatismus – Eine bewahrenswerte Haltung?

Sonderausgabe 36 - Frühling 2026

Der Impuls zu bewahren wohnt allen Menschen inne – und doch ist der Konservatismus als Geisteshaltung umstritten. Kein Wunder, mögen manche sagen. Selbstbestimmt und klar denken kann man schließlich nur, wo man sich traut, ausgetretene mentale Pfade zu verlassen. Frei sein nur, wenn man verkrustete Machtstrukturen aufbricht. Politisch ist der Konservatismus zudem kontaminiert – durch das Terrorregime Hitlers, dem Konservative an die Macht verhalfen, aber auch durch die Neue Rechte, die sich bemüht, den Begriff des Konservativen zu okkupieren.

Dennoch wären wir gerade heute gut beraten, uns aufmerksamer dieser Denkströmung zuzuwenden, deren Wesenszug das Gefühl ist, nicht ganz im Einklang mit der Zeit zu leben. In unserer wandlungsbeschleunigten Gegenwart kann dieses Gefühl wertvolle Orientierungshilfe sein. Anstatt jeden Trend mitzumachen, lässt sich der Konservative nicht so leicht beeindrucken.

Umso dringlicher stellt sich die Frage, was eine demokratische Gesellschaft vom Konservatismus erwarten kann. Sind Konservative – als Experten der Entschleunigung, der Moderation und des Handfesten – unabkömmlich, um unsere Demokratie zu stabilisieren? Oder stellen sie vielmehr Krisenverstärker dar, die den völkischen Rechten und ihren Begehren den Boden bereiten?

Das ist die Gretchenfrage dieser Ausgabe, die sich der konservativen Denkströmung in ihrer Vielgestaltigkeit widmet und ausleuchtet, was das Ewiggestrige vom klugen Bewahren unterscheidet.

Mit Thomas Biebricher, Norbert Bolz, Diana Kinnert, Nathanael Liminski, Martin Mosebach, Peter Sloterdijk, Barbara Vinken, Sahra Wagenknecht u.v.m.

 

Sonderausgabe direkt bestellen!


Alle Texte in der Übersicht