Laura K. Field: „Die MAGA-Bewegung ist kein unvermeidlicher Auswuchs des amerikanischen Konservatismus“
Donald Trump ist dabei, den US-amerikanischen Konservatismus radikal zu verändern. Intellektuelle Inspirationen mag er selbst nicht haben, andere in der MAGA-Bewegung allerdings schon. Im Gespräch erläutert Laura K. Field die geistigen Wurzeln der Neuen Rechten und die Geschichte ihrer Entfesselung.
Frau Field, in Ihrem neuen Buch, Furious Minds, zeichnen Sie den Aufstieg reaktionären Denkens in der amerikanischen Politik nach. Könnten Sie uns zunächst etwas über die Geschichte des intellektuellen Konservatismus in den USA erzählen?
In der Nachkriegszeit, es war die Zeit des New Deal, herrschte in rechten Kreisen die Auffassung, dass das intellektuelle und politische Leben von Linksliberalen dominiert würde. Konservative Intellektuelle wollten dieser Dominanz entgegenwirken, indem sie konservative Publikationen und Institutionen gründeten. Die Grundprinzipien dabei waren sozialer Konservatismus, das heißt moralischer Traditionalismus, freie Marktwirtschaft und Nichtinterventionismus im Ausland. Das Ziel war, Einfluss auf die Politik zu nehmen und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Konservative nicht nur bornierte Reaktionäre sind. Das waren sehr kluge politische Akteure – William F. Buckley etwa, Gründer der National Review, oder Frank S. Meyer –, die parallel zum Aufstieg des Reaganismus die Infrastruktur für einen anspruchsvollen intellektuellen Konservatismus schufen. Die heutige Neue Rechte hat sich größtenteils gegen dieses ältere Modell gewandt.
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