Wohin steuert der Konservatismus?
Ist der Konservatismus noch ein tragender Pfeiler der liberalen Demokratie? Der CDU-Minister Nathanael Liminski und der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher im Gespräch über anspruchsvollen Konservatismus, sein Verhältnis zum Christlichen und darüber, wie man die AfD widerlegt.
Herr Liminski, haben Sie konservative Vorbilder?
Liminski: Für mich ist Konrad Adenauer ein politisches Vorbild. Er wusste eine pragmatische Vorgehensweise mit einem hohen moralischen Anspruch zu verbinden. Er nahm den Menschen, wie er ist, und verfolgte trotzdem Visionäres. Nehmen Sie die Aussöhnung mit Frankreich. Das war keineswegs etwas, was bei den Deutschen oder Franzosen sofort breite Zustimmung fand. Aber Adenauer erkannte, wie notwendig die Überwindung dieser Erbfeindschaft für sein Land war, und trieb sie bis zum revolutionären Freundschaftsvertrag voran. Diese Fähigkeit, die Realität anzunehmen und zugleich nach dem Guten zu streben, macht ihn für mich bis heute – in seinem 150. Geburtsjahr – zu einem vorbildlichen Konservativen.
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