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Bild: © Jack Metzger/ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Essay

Karl Jaspers und die Grenzsituation

Jannis Puhlmann veröffentlicht am 02 Januar 2026 8 min

Vom Psychiater zum Existenzphilosophen zum politischen Mahner – Karl Jaspers’ intellektuelle Biografie ist die eines Grenzgängers. Die Grenze zieht sich auch als Leitmotiv durch sein Denken; sie ist der Ort, an dem der Mensch sich selbst begegnet.

 

Am 11. Februar 1939 notiert Karl Jaspers in sein Tagebuch: „Das neue Leben ist nur noch möglich in Selbstmordbereitschaft.“ Für den Fall, dass eines Tages die Gestapo vor der Tür steht, um seine jüdische Frau Gertrud und ihn zu deportieren, hat er Zyankali-Ampullen besorgt, die nun im Nachtschrank griffbereit liegen. Ehe man den NS-Schergen in die Hände fällt, will man sich gemeinsam in den Tod flüchten.

Wie so viele deutsche Intellektuelle seiner Zeit hat auch Jaspers den Nationalsozialismus lange unterschätzt, ja fatal verharmlost. Der Entschluss seiner ehemaligen Doktorandin und lebenslangen Freundin Hannah Arendt, ins Pariser Exil zu gehen, schien ihm eine übereilte „Dummheit“. Und als sein Schwager ihm schon 1933 klarsichtig verkündete: „Man wird uns Juden eines Tages in Baracken bringen und die Baracken anzünden“, hielt Jaspers das für ganz und gar unmöglich.

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Die Philosophin Susan Neiman hält die Frage nach dem Bösen für ein Leitmotiv in Kants Schriften. Im Interview spricht sie über das Ringen mit einer Welt, in der Tugend und Glück auseinanderfallen. Mit Blick auf die Massaker vom 7. Oktober 2023 erklärt sie, warum man versuchen sollte, das Böse zu verstehen, zeigt aber auch auf, wo das Verstehen an seine Grenzen stößt.

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War 68 in Arendts Sinne?

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Noch immer wird der globalen Gefahr durch die Klimakatastrophe national begegnet. Davon zeugt auch der 27. UN-Klimagipfel, der seit gestern in Ägypten stattfindet. Dabei lieferte bereits Thomas Hobbes die Blaupause für einen anderen Weg.

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Elite, das heißt zu Deutsch: „Auslese“

Svenja Flasspoehler 01 November 2018

Zur Elite zählen nur die Besten. Die, die über sich selbst hinausgehen, ihre einzigartige Persönlichkeit durch unnachgiebige Anstrengung entwickeln und die Massen vor populistischer Verführung schützen. So zumindest meinte der spanische Philosoph José Ortega y Gasset (1883–1955) nur wenige Jahre vor der Machtübernahme Adolf Hitlers. In seinem 1929 erschienenen Hauptwerk „Der Aufstand der Massen“ entwarf der Denker das Ideal einer führungsstarken Elite, die ihren Ursprung nicht in einer höheren Herkunft findet, sondern sich allein durch Leistung hervorbringt und die Fähigkeit besitzt, die Gefahren der kommunikationsbedingten „Vermassung“ zu bannen. Ortega y Gasset, so viel ist klar, glaubte nicht an die Masse. Glaubte nicht an die revolutionäre Kraft des Proletariats – und wusste dabei die philosophische Tradition von Platon bis Nietzsche klar hinter sich. Woran er allein glaubte, war eine exzellente Minderheit, die den Massenmenschen in seiner Durchschnittlichkeit, seiner Intoleranz, seinem Opportunismus, seiner inneren Schwäche klug zu führen versteht.


Gespräch
5 min

Lieber Etienne, lieber Christoph …

Christoph Menke 22 Juli 2022

Ein deutscher und ein französischer Philosoph debattieren über den Krieg: Christoph Menke hat einen Appell unterzeichnet, der sich für einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine einsetzt. Etienne Balibar begründet im Mailaustausch mit Menke, warum er nicht unterzeichnet, aber einzelne Aspekte ähnlich sieht. In seiner letzten Antwort fragt Christoph Menke nochmals eindringlich nach der Rolle der Intellektuellen und zieht Bilanz.

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Peter Paul Schnierer: „In der Wesenlosigkeit zeigt sich das absolut Böse“

Jana C. Glaese 21 Juli 2022

Was ist das Böse, das uns in Mittelerde begegnet? Im Gespräch entwirft Peter Paul Schnierer eine kleine Typologie der dunklen Kräfte und erläutert ihre literarischen Wurzeln.

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Gespräch
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Ludger Schwarte: „Farbe ist immer anarchisch“

Dominik Erhard 18 März 2021

Lange Zeit wurde die Farbe in der Philosophiegeschichte ausgeklammert. Ein Unding, wie Ludger Schwarte in seinem neuen Buch Denken in Farbe erläutert. Schließlich eignen wir uns die Welt nicht nur durch Farben an, sondern sie besitzen auch ein subversives Potenzial.

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