NS-Prozess

Rädchen in der Mordmaschine

Catherine Newmark veröffentlicht am 3 min

In Deutschland stehen demnächst auch NS-Befehlsempfänger vor Gericht – ausgerechnet in dem Moment, wo die Generation der Auschwitztäter schon zu alt ist. Pure Koinzidenz?

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Marianna Lieder

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Der Antinatalist

Ein Sohn zieht gegen seine Eltern vor Gericht, weil diese ihn ohne sein Einverständnis zur Welt gebracht haben.


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Fünf philosophische Lesetipps für den Sonntag. Diesmal mit einer kleinen Kulturgeschichte der Körperpflege, Christian Drosten mit Schiller und Kant über Freiheit und Verantwortung, einem bioethischen Fall vor Gericht, Max Webers doch nicht so eindeutiger Unterscheidung von Gesinnungs- und Verantwortungsehtik sowie einem neuen Philosophie-Format des SRF. 

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Ausgerechnet Deutschland, das so viel Leid über die Welt gebracht hat, galt in der Coronakrise lange als Vorbild. Wie ist das zu erklären? Ein Gespräch mit der Philosophin Susan Neiman über historische Schuld und die Kraft, die aus ihr erwachsen kann

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Adorno und das Kino

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Das Kino ist ein Sehnsuchtsort – nicht nur in Zeiten der Pandemie. Was aber kann der Kinofilm, was Streamingdienste nicht können? Antworten auf diese Frage finden sich ausgerechnet bei einem Denker, der als Gegner aller kulturindustriellen Erzeugnisse gilt: Theodor W. Adorno. Fern jeder Abstraktheit wohne die Kraft des Films darin, einen Bilderstrom zu erzeugen, der sich dem alltäglichen Leben anschmiegt. Auf diese Weise entwickelt der Film einen Zauber, der nur dort wirkt, wohin es uns alle derzeit zieht.

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Royava: Utopia im Krieg

Wes Enzinna

Im umkämpften Grenzgebiet zwischen Syrien, dem Irak und der Türkei findet derzeit eines der spannendsten politischen Experimente der Erde statt. Ausgerechnet in Rojava, dem faktisch autonomen Kurdengebiet Syriens, wo ein mitunter als terroristisch eingestufter PKK-Ableger den Ton angibt, wird nach den Vorstellungen eines unbekannten amerikanischen Philosophen regiert. Sein Name lautet Murray Bookchin. Seine anarchistisch inspirierte Vision: eine dezentrale Räterepublik nach griechisch-antikem Vorbild – samt Gleichberechtigung der Geschlechter und Religionsfreiheit. Reportage aus einem ebenso unwahrscheinlichen wie umstrittenen Ort.


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Hat Deutschland im Rahmen der Flüchtlingskrise eine besondere historisch bedingte Verantwortung

Aleida Assmann

Während viele Deutsche nach 1945 einen Schlussstrich forderten, der ihnen nach der Nazizeit einen Neubeginn ermöglichen sollte, ist seit den neunziger Jahren in Deutschland eine Erinnerungskultur aufgebaut worden, die die Funktion eines Trennungsstrichs hat. Wir stellen uns der Last dieser Vergangenheit, erkennen die Leiden der Opfer an und übernehmen Verantwortung für die Verbrechen, die im Namen unseres Landes begangen worden sind. Erinnert wird dabei an die Vertreibung, Verfolgung und Ermordung der Juden und anderer ausgegrenzter Minderheiten. Dieser mörderische Plan konnte nur umgesetzt werden, weil die deutsche Mehrheitsgesellschaft damals weggeschaut hat, als die jüdischen Nachbarn gedemütigt, verfolgt, aus ihren Häusern geholt, deportiert wurden und für immer verschwunden sind. Weil den Deutschen über Jahrhunderte hinweg eingeprägt worden war, dass Juden radikal anders sind und eine Bedrohung darstellen, kam es zu diesem unfasslichen kollektiven Aussetzen von Mitgefühl.