Lösungswege

Welchen Sinn hat Angst?

veröffentlicht am 2 min

Angst ist ein Gefühl erhöhter Fluchtbereitschaft – entgegen der Furcht jedoch ohne konkrete Gefahr. Wieso ängstigen wir uns? Drei Antworten

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Weitere Artikel

Artikel
10 min

Martin Luther und die Angst

Thea Dorn

Sein kultureller Einfluss ist nicht zu überschätzen: Martin Luthers Bibelübersetzung bildet den Anfang der deutschen Schriftsprache, seine religiösen Überzeugungen markieren den Beginn einer neuen Lebenshaltung, seine theologischen Traktate legen das Fundament einer neuen Glaubensrichtung. In der Lesart Thea Dorns hat Luther die Deutschen aber vor allem eines gelehrt: das Fürchten. Oder präziser: die Angst. In ihrem brillanten Psychogramm des großen Reformators geht die Schriftstellerin und Philosophin den Urgründen von Luthers Angst nach – und deren uns bis heute prägenden Auswirkungen. 


Artikel
15 min

Was wirklich zählt

Robert Pfaller

Auf diese Frage, so scheint es, gibt es so viele Antworten wie Menschen. Wer die folgenden Beiträge namenhafter Denkerinnen und Denker genau liest, merkt jedoch: Bestimmte Aspekte kehren wieder, die wir gemeinhin gering schätzen, gar fürchten.


Essay
8 min

Hegel und die Anerkennung

Axel Honneth

Wer nicht bereit ist, sein Leben zu riskieren, hat keine Chance auf das absolute Wissen. So direkt hätte das Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) selbstverständlich nie ausgedrückt. Dennoch beruht Hegels Theorie der Anerkennung – und damit sein gesamtes philosophisches System – auf dem Mut und dem Willen, sich anderen Menschen entgegenzustellen und dabei seine eigene Position mit allen Mitteln zu behaupten. Beispielhaft zeigt sich dies in dem Kapitel über „Herrschaft und Knechtschaft“ aus Hegels Hauptwerk von 1807, der „Phänomenologie des Geistes“.

Axel Honneth geht in seinem Essay den Quellen von Hegels Anerkennungsbegriff nach. Als derzeitiger Kopf der Frankfurter Schule hat Honneth den Begriff der Anerkennung für die politische Theorie der Gegenwart neu fruchtbar gemacht. Anerkennung ist demnach das Kernproblem der modernen Gesellschaft: Soziale Konflikte sind grundsätzlich Anerkennungskonflikte, selbst wenn sie vordergründig um Materielles kreisen. Sozialer Fortschritt bedeutet nach Honneth Fortschritt in Verhältnissen gegenseitiger Anerkennung. Insbesondere individuelle Selbstverwirklichung ist ohne Anerkennung nicht möglich. 
 


Artikel
7 min

Orwell und die Überwachung

Bruce Bégout

„Big Brother ist watching you“, kaum ein Satz ist so tief in unser politisches Bewusstsein eingedrungen wie die Kernbotschaft aus George Orwells dystopischem Roman „1984“. Mit großer Eindringlichkeit und Präzision schildert Orwell in diesem Werk den Alltag in einer totalitären Überwachungsgesellschaft. Kein Wort bleibt hier unbelauscht, keine Geste ungeprüft, kein Gedanke folgenlos. Mit den digitalen Informationstechniken, die im Zeichen von Big Data unseren gesamten Alltag protokollieren und erfassen, hat Orwells Vision vom totalen Überwachungsstaat neue Aktualität gewonnen. Kurz nach der Amtsübernahme von Donald Trump schnellte das Buch in den USA sogar zurück auf die Bestsellerlisten, aus konkreter Angst vor einer neuen Ära des Freiheitsverlusts und der Wahrheitsferne. In seinem Essay untersucht der Philosoph Bruce Bégout, wie Orwells Idee zu dem Buch entstand. Im Vorwort zum Beiheft geht Éric Sadin dem Phänomen der globalen Überwachung nach.


Artikel
6 min

Dem Tod entgegen

Svenja Flasspoehler

2010 wurde der Berliner Schriftsteller Wolfgang Herrndorf mit einem Glioblastom diagnostiziert, einem in 100 Prozent der Fälle tödlichen Tumor. In seinem Blog „Arbeit und Struktur“ schrieb er über sein Leben ohne Zukunft, bevor er sich im August 2013 das Leben nahm. Mit der philosophischen Substanz dieses Unternehmens befasste sich Svenja Flaßpöhler 2012 im Philosophie Magazin.


Essay
8 min

Die neue Sinnlosigkeit des Homo fluxus

Nils Markwardt

Die Forderung nach dem Aufgehen der eigenen Existenz im Beruf trifft auf eine Arbeitswelt, in der die Ergebnisse des eigenen Tuns vor allem durch die Digitalisierung immer schwerer fassbar sind. Wenn Arbeit ohne Werk überhaupt erfüllend sein kann, unter welchen Bedingungen ist dies möglich? Oder entlarvt uns bereits die Hoffnung, unsere Erwerbstätigkeit sollte sinnvoll sein, als willige Sklaven des Systems? In seinem Essay zeichnet Nils Markwardt historisch nach, wie die Arbeit zum vermeintlichen Sinngaranten wurde und wie wir uns dieser Illusion eventuell entledigen können.

Die neue Sinnlosigkeit des Homo fluxus

Essay
11 min

Sind Maschinen moralischer als wir?

Alexandre Lacroix

Vor wenigen Wochen ist es passiert: In den USA starb eine Frau durch ein selbstfahrendes Auto. Damit stellt sich die Frage nach der Moralität der Maschine auf dringliche Weise. Können Roboter lernen, Gut und Böse zu unterscheiden? Und nach welchen moralischen Kriterien entscheiden sie im Zweifelsfall? Fünf Experten antworten


Artikel
4 min

Was weiß mein Körper?

Svenja Flasspoehler

Die Frage irritiert. Was soll mein Körper schon wissen? Ist das Problem denn nicht gerade, dass er nichts weiß? Weder Vernunft noch Weisheit besitzt? Warum sonst gibt es Gesundheitsratgeber, Rückenschulen, Schmerztabletten, viel zu hohe Cholesterinwerte. Und wieso gibt es Fitness-Tracker, diese kleinen schwarzen Armbänder, die ihrem Träger haargenau anzeigen, wie viele Meter heute noch gelaufen, wie viele Kalorien noch verbrannt werden müssen oder wie viel Schlaf der Körper braucht. All das weiß dieser nämlich nicht von selbst – ja, er hat es bei Lichte betrachtet noch nie gewusst. Mag ja sein, dass man im 16. Jahrhundert von ganz allein ins Bett gegangen ist. Aber doch wohl nicht, weil der Körper damals noch wissend, sondern weil er von ruinöser Arbeit todmüde und es schlicht stockdunkel war, sobald die Sonne unterging. Wer also wollte bestreiten, dass der Körper selbst über kein Wissen verfügt und auch nie verfügt hat? Und es also vielmehr darum geht, möglichst viel Wissen über ihn zu sammeln, um ihn möglichst lang fit zu halten.