Interview

Wer hat Angst vor Venus?

Barbara Vinken, Wolfgang Schmidbauer, im Interview mit Svenja Flasspoehler veröffentlicht am 8 min

Wahre Schönheit ist alles andere als harmlos. In vielen Mythen bringt sie gar den Tod. Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken und der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer über Medusa, Narziss und die Angst des Mannes vor der schönen Frau

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Essay
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Was macht uns schön?

Marianna Lieder

Wir leben in einer Zeit, in der sich alle Normen aufzulösen scheinen. Doch gerade in Fragen der Schönheit wird der Normierungsdruck immer stärker. Von den Griechen noch mit dem Wahren und Guten gleichgesetzt, unterliegt sie in der modernen Gesellschaft dem Verdacht der Oberflächlichkeit und Gedankenferne. Gerade weil Schönheit uns unmittelbar anzieht, bleibt sie verdächtig. Gerade weil sie von jedem ersehnt wird, kriegt sie keiner recht zu fassen. Nur eines scheint sicher: Ein Leben ohne Schönheit wäre schlicht unerträglich. Sie ist der wahre Preis unserer Existenz: Aber welcher Weg führt am verlässlichsten zu ihr? Muss Schönheit leiden? Lässt uns nur die Liebe schön sein? Oder liegt wahre Schönheit in der Selbstvergessenheit?


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Barbara Vinken: „Die Aldilette ersetzt die Adilette“

Dominik Erhard

Die Discounter Aldi und Lidl brachten jüngst eigene Modelinien auf den Markt, deren Shirts und Hoodies zwar günstig zu erstehen sind, aufgrund der limitierten Stückzahlen auf Ebay jedoch schon jetzt zu Spitzenpreisen gehandelt werden. Woher der Hype um die flächig bedruckten Stücke rührt, warum die Kollektionen modegeschichtlich keine Neuheit darstellen und was sie dennoch mit dem Ende der high fashion zu tun haben, erläutert die Literaturwissenschaftlerin und Modetheoretikerin Barbara Vinken.

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Wenn Männer zu sehr zweifeln

Catherine Newmark

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Gespräch
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Konrad Paul Liessmann: "Schönheit ist die Aufhebung des Moralischen"

Svenja Flasspoehler

Verliebte sind füreinander vollkommen. Ästhetisch wie moralisch sehen sie im anderen nur Schönheit. Macht die Liebe uns sehend für die Schönheit des anderen – oder eher blind für dessen wahre Gestalt? Konrad Paul Liessmann über die ästhetische Erfahrung des Liebens


Impulse
3 min

Bridgerton-Prunk statt Schlabberlook

Barbara Vinken

Viele Fans der Netflix-Serie Bridgerton kleiden sich in die prachtvollen Gewänder der dargestellten Regency-Epoche. Der Grund, so erläutert die Literaturwissenschaftlerin und Modehistorikerin Barbara Vinken, ist der aktuelle Überdruss am Homeoffice-Outfit.

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Essay
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Dem Narzissmus eine Chance

Wolfram Eilenberger

Über 2000 Jahre predigten die Weisen unserer Kultur, das gute Leben zeichne sich dadurch aus, möglichst wenig „an sich zu denken“. Heute hingegen wird permanente Selbstsorge zum Fundament einer wahrhaft ethischen Existenz erklärt. Die Maxime des „Ich zuerst!“ bildet die Grundlage einer immer größeren Anzahl von Therapie- und Selbsthilfeangeboten. Nur ein sich liebendes, gefestigtes Ich, das seine eigenen Bedürfnisse kennt und umzusetzen weiß, ist demnach in der Lage, auch für andere Menschen Sorge zu tragen. Worin liegen die Gründe für diese Entwicklung? Und ist ein verstärktes Selbstinteresse wirklich die Heilung – oder nicht vielmehr die Krankheit selbst?


Artikel
12 min

Mein Selbstbild

Josef Früchtl

Unsere Kultur sei von sträflicher Selbstbezogenheit geprägt, so lautet die gängige Kritik. Die Realität aber zeigt: Kein Ich ohne Gegenüber. Noch der größte Narzisst setzt sich in ein Verhältnis zu anderen. Fünf Menschen erzählen


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Heirate dich Selbst!

Slavoj Žižek

Das Zeitalter des Narzissmus treibt immer neue Blüten: Self-Dating wird zum globalen Freizeittrend, frisch verliebte Pärchen unterzeichnen vorgedruckte Sexeinwilligungsverträge, Klassiker der Weltliteratur sollen Studenten nur noch in zensierten Versionen vorgelegt werden. Eine Gegenrede.