Regina Schidel: „Menschen mit ‚Behinderung‘ standen nie im Fokus des philosophischen Interesses“
Für die westliche Philosophietradition ist es die Vernunft, die den Menschen zum Menschen macht. Menschen mit Behinderung wurden von ihr ignoriert oder abgewertet. Regina Schidel plädiert für eine philosophische Auseinandersetzung mit Behinderung und Ableismus, die diese fatalen Annahmen überwindet und Vernunft als vielgestaltig versteht.
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Und woran zweifelst du?
Wahrscheinlich geht es Ihnen derzeit ähnlich. Fast täglich muss ich mir aufs Neue eingestehen, wie viel Falsches ich die letzten Jahre für wahr und absolut unumstößlich gehalten habe. Und wie zweifelhaft mir deshalb nun alle Annahmen geworden sind, die auf diesem Fundament aufbauten. Niemand, dessen Urteilskraft ich traute, hat den Brexit ernsthaft für möglich gehalten. Niemand die Wahl Donald Trumps. Und hätte mir ein kundiger Freund vor nur zwei Jahren prophezeit, dass im Frühjahr 2017 der Fortbestand der USA als liberaler Rechtsstaat ebenso ernsthaft infrage steht wie die Zukunft der EU, ich hätte ihn als unheilbaren Apokalyptiker belächelt. Auf die Frage, woran ich derzeit am meisten zweifle, vermag ich deshalb nur eine ehrliche Antwort zu geben: Ich zweifle an mir selbst. Nicht zuletzt frage ich mich, ob die wundersam stabile Weltordnung, in der ich als Westeuropäer meine gesamte bisherige Lebenszeit verbringen durfte, sich nicht nur als kurze Traumepisode erweisen könnte, aus der wir nun alle gemeinsam schmerzhaft erwachen müssen. Es sind Zweifel, die mich tief verunsichern. Nur allzu gern wüsste ich sie durch eindeutige Fakten, klärende Methoden oder auch nur glaubhafte Verheißungen zu befrieden.
Frédéric Worms: „Sartre fokussiert das Subjekt, Camus die ganze Welt“
Es ist das wohl bekannteste Zerwürfnis in der Geschichte der zeitgenössischen Philosophie. Waren Sartre und Camus während des Zweiten Weltkrieges einander noch als Freunde verbunden, wurden sie in der Epoche der Entkolonialisierung und des Kalten Krieges zu Gegnern. Über die philosophischen Streitfragen sprachen wir mit Frédéric Worms.
Lea De Gregorio: „Die großen Verbrechen der Menschheit wurden in ‚vernünftigen' Zuständen begangen“
Lea De Gregorio hat selbst, wie sie es nennt, „Verrückungen“ erlebt. Sie kritisiert die Diskriminierung im gegenwärtigen Psychiatriesystem und plädiert für eine differenziertere Auseinandersetzung mit psychischen Ausnahmezuständen.
Von Kleisthenes für Europa lernen
Wer Europas Zukunft denken will, muss zur antiken Philosophie zurückkehren. So zeigt sich, dass eine europäische Demokratie, die den Nationalismus überwindet, möglich ist, argumentiert Robert Menasse in seiner Rede auf der phil.COLOGNE.
Im Zweifel für gar nichts
Zwei Entwürfe zur Regelung der Suizidassistenz, die am 6. Juli im Bundestag zur Abstimmung standen, haben die notwendige Mehrheit verfehlt. Tatsächlich scheitern beide daran, Selbstbestimmung und Lebensschutz zu vereinen. Vielleicht ist das aber auch gar nicht möglich? Ein Kommentar von Svenja Flaßpöhler.
Jan-Werner Müller: „Auch Autokraten sind lernfähig“
Die Demokratie gerät durch autoritäre Kräfte immer weiter unter Druck. Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller erklärt, warum über Autokraten oft falsche Annahmen herrschen, welche entscheidende Frage man an politische Eliten richten sollte und weshalb sich hoffnungsvoll, aber nicht optimistisch in die Zukunft blicken lässt.
Is mir egal, ich hinterlass das jetzt so
Trotz aller Nachhaltigkeitsrhetorik pampert die Politik vor allem immer wieder die Alten, weil diese letztlich die Wahlen entscheiden. Doch damit unterminiert sie nicht nur die Solidarität der Generationen, sondern ignoriert auch 2000 Jahre Ethikgeschichte – meint der ehemalige Ethikratsvorsitzende Peter Dabrock.
Über Palästina
Der aus dem Jahr 1958 stammende Bericht des Institute for Mediterranean Affairs, an dem auch Hannah Arendt mitwirkte, plädiert für einen konstruktiven Umgang mit dem Konflikt in Nahost und stellt dabei die Rechte der palästinensischen Geflüchteten auf ein würdevolles Leben in den Fokus.