Martin Schulze Wessel: „Es liegt auch im deutschen und europäischen Interesse, dass die Ukraine wirtschaftlich prosperiert“
Wie haben die Beziehungen zu Russland den deutschen Blick auf die Ukraine geprägt? Und wie hat sich das deutsch-ukrainische Verhältnis seit 2022 verändert? Anlässlich des sich jährenden Beginns der russischen Vollinvasion antwortet Martin Schulze Wessel auf diese Fragen – und erklärt, wie sich der Ukraine nach Kriegsende eine Perspektive geben lässt.
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Holger Schulze: „Schallwaffen sind im Grundsatz antidemokratisch“
Die griechische Polizei setzt seit kurzem Schallwaffen gegen Flüchtlinge ein. Der Musik- und Kulturwissenschaftler Holger Schulze erklärt, welche Schäden diese anrichten, weshalb sie autoritären Regimen als „Diskurskiller“ dienen und wieso sie international geächtet werden sollten.
Martin Luther und die Angst
Sein kultureller Einfluss ist nicht zu überschätzen: Martin Luthers Bibelübersetzung bildet den Anfang der deutschen Schriftsprache, seine religiösen Überzeugungen markieren den Beginn einer neuen Lebenshaltung, seine theologischen Traktate legen das Fundament einer neuen Glaubensrichtung. In der Lesart Thea Dorns hat Luther, der heute vor 479 Jahren starb, die Deutschen aber vor allem eines gelehrt: das Fürchten. Oder präziser: die Angst. In ihrem brillanten Psychogramm des großen Reformators geht die Schriftstellerin und Philosophin den Urgründen von Luthers Angst nach – und deren uns bis heute prägenden Auswirkungen.
Gigi Tevzadze: „Heute bietet sich die Gelegenheit, Russland ein für alle Mal loszuwerden“
Seit mehreren Wochen protestieren Zehntausende Georgier gegen das Gesetz über „ausländische Agenten“. Sie befürchten eine autoritäre und pro-russische Wende in dem pro-europäischen Kaukasus-Staat. Ein Gespräch mit dem georgischen Philosophen Gigi Tevzadze über russischen Imperialismus, korrupte Politiker und den europäischen Traum.
Alexander Kluge: „Wenn der Krieg einmal anfängt, führt er eine eigene Existenz“
Auf den Einsatz nordkoreanischer Soldaten durch Russland antwortet Joe Biden jetzt mit der Erlaubnis an die Ukraine, US-Waffen längerer Reichweite gegen Ziele in Russland einzusetzen. Angesichts dieser fortschreitenden Eskalation veröffentlichen wir erneut ein Interview mit Alexander Kluge, in dem er die Eigendynamik des Krieges als Dämon beschreibt.
"Auch Insekten haben einen moralischen Status"
Eine Studie der Radboud University in Nijmegen zeigt, dass die Biomasse von Insekten um 76 Prozent zurückgegangen ist. Wie das unser Verhältnis zur Umwelt verändert, erklärt der Philosoph Martin Gorke
Der Freihandel als Kriegsstifter
Wirtschaftliche Beziehungen zwischen den Ländern sichern den Frieden: Diese Annahme ist tief in unserer Kultur verankert, doch durch den Angriffskrieg Russlands wurde sie erschüttert. Ein Blick in die Ideengeschichte zeigt, dass sie schon immer umstritten war.
Wer sind "Wir"?
Als Angela Merkel den Satz „Wir schaffen das!“ aussprach, tat sie dies, um die Deutschen zu einer anpackenden Willkommenskultur zu motivieren. Aber mit der Ankunft von einer Million Menschen aus einem anderen Kulturkreis stellt sich auch eine für Deutschland besonders heikle Frage: Wer sind wir eigentlich? Und vor allem: Wer wollen wir sein? Hört man genau hin, zeigt sich das kleine Wörtchen „wir“ als eine Art Monade, in der sich zentrale Motive zukünftigen Handelns spiegeln. Wir, die geistigen Kinder Kants, Goethes und Humboldts. Wir, die historisch tragisch verspätete Nation. Wir, das Tätervolk des Nationalsozialismus. Wir, die Wiedervereinigten einer friedlichen Revolution. Wir, die europäische Nation? Wo liegt der Kern künftiger Selbstbeschreibung und damit auch der Kern eines Integrationsideals? Taugt der Fundus deutscher Geschichte für eine robuste, reibungsfähige Leitkultur? Oder legt er nicht viel eher einen multikulturellen Ansatz nahe? Offene Fragen, die wir alle gemeinsam zu beantworten haben. Nur das eigentliche Ziel der Anstrengung lässt sich bereits klar benennen. Worin anders könnte es liegen, als dass mit diesem „wir“ dereinst auch ganz selbstverständlich „die anderen“ mitgemeint wären, und dieses kleine Wort also selbst im Munde führen wollten. Mit Impulsen von Gunter Gebauer, Tilman Borsche, Heinz Wismann, Barbara Vinken, Hans Ulrich Gumbrecht, Heinz Bude, Michael Hampe, Julian Nida-Rümelin, Paolo Flores d’Arcais.
Die Engel im Blick – Walter Benjamin und Paul Klees „Angelus novus"
Die Ausstellung Der Engel der Geschichte – Walter Benjamin, Paul Klee und die Berliner Engel 80 Jahre nach Kriegsende im Berliner Bode-Museum rückt Paul Klees Zeichnung Angelus Novus in den Mittelpunkt – und dessen Bedeutung für die Geschichtsphilosophie Walter Benjamins. Max Urbitsch hat die Ausstellung besucht.