Jan Slaby: „In-der-Welt-Sein ist deutlich mehr als Curlingsteine durch die Gegend schieben“
Die Liste der Dinge, die Künstliche Intelligenzen besser können als Menschen, wächst stetig. Nach Erfolgen in den Denksportarten wie Go und Schach hat ein Roboter nun erstmals Profispieler im Curling geschlagen. Manche Experten sehen darin einen Durchbruch für autonome KIs. Der Philosoph Jan Slaby ist hingegen skeptisch. Die Potentiale der Zukunft lägen vielmehr in hybriden Systemen.
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Über die Autonome Verwaltung Nord- und Ostsyriens und den Blick nach vorn
Die Autonome Verwaltung von Nord- und Ostsyrien (AANES), auch bekannt unter dem kurdischen Namen Rojava, ist Anfang Februar faktisch an ihr Ende gelangt. Sie versprach eine Basisdemokratie, Rechtsstaatlichkeit, geschlechtliche und multiethnische Gleichberechtigung. Viele kurdische Syrerinnen und Syrer sehen in dem Ende der AANES einen großen Verlust und fürchten nun neue Gewaltausbrüche des IS. Doch konnten die einstigen Versprechen der Autonomiegebiete wirklich eingelöst werden? Siamend Hajo und Eva Savelsberg vom „Europäischen Zentrum für Kurdische Studien“ blicken auf die zurückliegenden Entwicklungen und erklären, was es für ein tatsächlich inklusives Syrien vor dem Hintergrund der aktuellen Lage bräuchte.
Werden Roboter bald Schmerzen empfinden können?
Forscher der Northeast Normal University in China haben bekannt gegeben, dass sie synthetische Nerven für Roboter entwickelt haben. Diese verbesserten nicht nur die Bewegungsfähigkeit der Roboter, sondern könnten auch über schädliche Berührungen informieren. Wie weit ist es dann noch zu künstlichem Bewusstsein?
Judith Butler und die Gender-Frage
Nichts scheint natürlicher als die Aufteilung der Menschen in zwei Geschlechter. Es gibt Männer und es gibt Frauen, wie sich, so die gängige Auffassung, an biologischen Merkmalen, aber auch an geschlechtsspezifischen Eigenschaften unschwer erkennen lässt. Diese vermeintliche Gewissheit wird durch Judith Butlers poststrukturalistische Geschlechtertheorie fundamental erschüttert. Nicht nur das soziale Geschlecht (gender), sondern auch das biologische Geschlecht (sex) ist für Butler ein Effekt von Machtdiskursen. Die Fortpf lanzungsorgane zur „natürlichen“ Grundlage der Geschlechterdifferenz zu erklären, sei immer schon Teil der „heterosexuellen Matrix“, so die amerikanische Philosophin in ihrem grundlegenden Werk „Das Unbehagen der Geschlechter“, das in den USA vor 25 Jahren erstmals veröffentlicht wurde. Seine visionäre Kraft scheint sich gerade heute zu bewahrheiten. So hat der Bundesrat kürzlich einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der eine vollständige rechtliche Gleichstellung verheirateter homosexueller Paare vorsieht. Eine Entscheidung des Bundestags wird mit Spannung erwartet. Welche Rolle also wird die Biologie zukünftig noch spielen? Oder hat, wer so fragt, die Pointe Butlers schon missverstanden?
Camille Froidevaux-Metteries Essay hilft, Judith Butlers schwer zugängliches Werk zu verstehen. In ihm schlägt Butler nichts Geringeres vor als eine neue Weise, das Subjekt zu denken. Im Vorwort zum Beiheft beleuchtet Jeanne Burgart Goutal die Missverständnisse, die Butlers berühmte Abhandlung „Das Unbehagen der Geschlechter“ hervorgerufen hat.
Die Kluft zwischen Macht und Geist
Seit Gerhard Schröder sind Experten aus der Politik nicht mehr wegzudenken. Doch während der Altkanzler, der am Sonntag 80 wurde, in der Regel allein und aus dem Bauch heraus entschied, pflegen seine Nachfolger ein anderes Verhältnis zur Wissenschaft. Haben Experten nun die Macht?
Der Tod fährt nicht mehr mit
Autonom fahrende Rennwagen statt brillante Manöver und menschliche Fehlentscheidungen. Steht mit dem Roborace eine neue Ära des Motorsports an? Jan Slaby erläutert, warum der Faktor Mensch nicht so einfach zu tilgen ist und wir dennoch über neue Arten des Wettkampfes nachdenken sollten.
KI: Zwischen Verheißung und Verhängnis
KI-Revolution oder allgemeine Ernüchterung? Die befreundeten Philosophen Florian Chefai und Jannis Puhlmann streiten über Potenzial und Grenzen der Künstlichen Intelligenz – von kreativen Durchbrüchen über psychosefördernde Chatbots bis hin zu synthetischem Bewusstsein. Ein Dialog.
Der Xun-Test
Der Medienphilosoph Jianwei Xun sorgt mit seinen Thesen zur „Hypnokratie“ für Aufsehen. Nun ist klar: Xun ist eine künstliche Identität, die der Philosoph Andrea Colamedici mithilfe zweier KIs geschaffen hat. Lesen sollten wir sein Buch trotzdem – oder gerade deshalb.
Judith Butler und der Nahostkonflikt
Judith Butlers Text zum Nahostkonflikt hat Wellen geschlagen. Deutsche Kritiker verreißen ihn, sehen aber nicht genau genug hin. Ein differenzierter Blick offenbart blinde Flecken sowohl der Kritiker als auch der Befürworter postkolonialer Positionen.