Technik

Vom griech. téchne, „Handwerk“, „Kunstfertigkeit“. Die Bedeutung dieses Begriffs hat sich mit der Zeit verändert. Bis zur Renaissance bezeichnet er, bei einem unter Einsatz von Werkzeugen ausgeführten Handwerk, die hergebrachten und im Rahmen der Ausbildung vermittelten Verfahren bei der Herstellung oder Bearbeitung einer Sache. Aber mit der galileischen Revolution und dem Aufkommen des „instrumentellen Zeitalters der Wissenschaft“ (mit dem Gebrauch von Messapparaten und Automaten zur Modellierung von Lebewesen, wie man es bei Descartes findet), versteht man unter „Technik“ zunehmend nicht mehr die Handwerkskunst, sondern die Anwendungen eines immer größeren theoretischen Wissens. Mit dem Beginn der industriellen Revolution und dem wachsenden Einsatz von Maschinen (wie zum Beispiel dem Webstuhl oder der Dampflok) wird die Technik essentiell für die Ökonomie.  Marx beobachtet, dass der technische Fortschritt mit der Entwicklung der Maschinerie durch den Kapitalismus pervertiert wird: anstatt die Arbeit zu erleichtern beutet er sie aus und degradiert den Fabrikarbeiter zu einem bloßen Zahnrad im Getriebe eines mechanischen Monsters. Im 20. Jahrhundert durchdringt eine zunehmend präziser und mächtiger werdende Technik alle menschlichen Aktivitäten, insbesondere auch die der Kommunikation. Heidegger sieht darin eine Figur des Nihilismus, Anders und Jonas, Vorläufer einer ökologisch geprägten Philosophie, eine Gefahr für den Planeten. Den technikfeindlichen Philosophen, deren erster Vertreter Platon mit dem Mythos von Prometheus, der das Feuer von den Göttern stiehlt, ist, stellen sich heutzutage die Vertreter des Transhumanismus entgegen, für die die Technologie die Zukunft des Menschen bedeutet.