Armin Pfahl-Traughber: „Die Konservative Revolution richtet sich rigoros gegen die Aufklärung“
Der Begriff der Konservativen Revolution wird oft als Konstrukt reaktionärer Akteure bezeichnet. Im Gespräch erklärt der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber, was sich historisch dahinter verbirgt und was die Strömung vom klassischen Konservatismus sowie vom Nationalsozialismus unterscheidet.
Herr Pfahl-Traughber, eine „Konservative Revolution“ scheint ein widersprüchliches Anliegen zu sein. Was soll hier bewahrt und was soll umgewälzt werden?
Es geht dabei ja um eine Denkrichtung aus der Weimarer Republik und in diesem historisch-politischen Kontext muss man das Gemeinte zuordnen: Die damaligen Konservativen wollten das Bestehende nicht bewahren, denn es handelte sich um eine moderne Demokratie. Ganz offen forderten die Denker der Konservativen Revolution deren Überwindung. Dabei wollten sie an Inhalte und Werte anknüpfen, die aus ihrer Blickrichtung durch Demokratisierung, Gleichheitsideal und Pluralismus verloren gegangen seien: „Elite“, „Führerwachstum“, „Gott“, „Hierarchie“, „Natur“, „Ordnung“.
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