„Die Zeit, um glücklich zu sein, ist jetzt“
Die Britin Sarah Bakewell hat eine unterhaltsam-kenntnisreiche Geschichte des Humanismus geschrieben, die einlädt, über die Ideale der Gegenwart nachzudenken.
Um den Ruf des Humanismus ist es schlecht bestellt. Vor einigen Jahren wurde genüsslich auf den Gutmenschen eingeprügelt, zunächst von Satirikern, dann vom rechtskonservativen Mainstream. Der Gutmensch – das war natürlich ein zur Karikatur entstellter Humanist. Erasmus von Rotterdam, einer der Säulenheiligen humanistischen Denkens, ist der Namenspatron einer AfD-nahen Stiftung. Putin und Konsorten verunglimpfen humanistische Werte als westliche Degenerationserscheinungen und begraben sie auf den neuen alten Schlachtfeldern Europas. Und dann gibt es noch den digitalen Humanismus und den Transhumanismus, deren Versprechungen nicht recht über den Weg zu trauen ist. Müssen wir uns von dem in der Ideengeschichte so wirkmächtigen Humanismus endgültig verabschieden?
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Dass der Existenzialismus nach wie vor nicht nur junge Menschen begeistern kann, davon ist die Autorin des Bestsellers Das Café der Existenzialisten überzeugt. Ein Gespräch mit Sarah Bakewell über die Möglichkeit, „existenzialistisch“ zu leben – und über die politische Aktualität des existenzialistischen Freiheitsgedankens.
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Die Sache mit den Spaghetti
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