Digitale Amnesie
In der digitalen Gesellschaft geht immer mehr Wissen verloren. KI könnte das Problem verschärfen und zu einem „Wissenskollaps“ führen, warnen Forscher.
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Wendy Brown: „Souveränität ist eine Fiktion“
Weinende Kinder an der amerikanisch-mexikanischen Grenze und das Pochen der CSU auf ein Recht auf Zurückweisung sind nur die jüngsten Beispiele einer sich weltweit verschärfenden Abschottungspolitik. Wendy Brown, eine der einflussreichsten Intellektuellen der USA, über die letzten Zuckungen nationaler Souveränität und die menschliche Sehnsucht nach Einhegung
Das digitale Böse
Wie physische Handlungen können auch digitale Handlungen moralisch gut oder böse sein. Der Philosoph Jörg Noller erläutert das Konzept des „digitalen Bösen“ anhand von drei Hauptbereichen der Digitalisierung: Internet, Computerspiele und künstliche Intelligenz.
Das zerstreute Ich
Unser Alltag wird zunehmend von Unterbrechungen und Multiasking bestimmt. Im Dauerfeuer der medialen reize fällt es immer schwerer, auch nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Die anzahl der ADHS-Diagnosen steigt ebenso kontinuierlich an wie jene der burnout-Diagnosen. Sind die fliehkräfte des digitalen Kapitalismus im begriff, neben dem alltag auch unser Innerstes zu zerreißen? Doch was wissen wir eigentlich über die wahre Gestalt des menschlichen bewusstseins? Ist unser Denken womöglich von Natur auf permanente zerstreuung angelegt? Stellt das dezentrierte Ich sogar utopische Perspektiven einer neuen, intensiveren Daseinsform in aussicht?
Krieg im Jemen: Unsere moralische Kurzsichtigkeit
Seit Jahren wird der Jemen von zahlreichen Krisen erschüttert. Doch trotz eines brutalen Krieges und einer sich verschärfenden Hungersnot wird hierzulande kaum von der dortigen Lage Notiz genommen. Juliane Marie Schreiber erläutert, warum sich unsere Empathie allzu oft nur auf den engsten „moralischen Kreis“ beschränkt und weshalb eine Erweiterung dieses Radius gerade im Fall von Jemen dringend notwendig wäre.
Fehlgeleitete Kritik aus Berlin
In einem „Brief aus Berlin“ kritisieren Wissenschaftler die Reaktion der Bundesregierung auf den Nahostkonflikt und den Umgang der Berliner Regierung mit Demonstranten. Die Kritik sei jedoch zu undifferenziert und tatsachenverzerrend, so Christian Thein in einem Gastbeitrag.
Willkommen im Symbiozän
In unserer vom Digitalen dominierten Kultur nimmt der Tastsinn nur noch nachrangige Bedeutung ein, was uns zunehmend vor Probleme stellt. Wir sollten deshalb Offline-Aktivitäten und neuen Haptotechnologien Raum lassen, meint Richard Kearney.
Netzlese
Fünf philosophische Lesetipps für den Sonntag. Diesmal mit einer Analyse der Anti-Infektionsschutzdemos mithilfe John Lockes, Judith Butler im Interview über J.K. Rowling und transfeindlichen Feminismus, die Rolle der Landbevölkerung bei der Einführung linearer Zeitvorstellungen im Zuge der Aufklärung, einem Plädoyer für die Besteuerung des digitalen Mehrwerts sowie einer langen Nacht über Walter Benjamin.
Orwell und die Überwachung
„Big Brother ist watching you“, kaum ein Satz ist so tief in unser politisches Bewusstsein eingedrungen wie die Kernbotschaft aus George Orwells dystopischem Roman „1984“. Mit großer Eindringlichkeit und Präzision schildert Orwell in diesem Werk den Alltag in einer totalitären Überwachungsgesellschaft. Kein Wort bleibt hier unbelauscht, keine Geste ungeprüft, kein Gedanke folgenlos. Mit den digitalen Informationstechniken, die im Zeichen von Big Data unseren gesamten Alltag protokollieren und erfassen, hat Orwells Vision vom totalen Überwachungsstaat neue Aktualität gewonnen. Kurz nach der Amtsübernahme von Donald Trump schnellte das Buch in den USA sogar zurück auf die Bestsellerlisten, aus konkreter Angst vor einer neuen Ära des Freiheitsverlusts und der Wahrheitsferne. In seinem Essay untersucht der Philosoph Bruce Bégout, wie Orwells Idee zu dem Buch entstand. Im Vorwort zum Beiheft geht Éric Sadin dem Phänomen der globalen Überwachung nach.