Ist sich Werner Herzogs „nihilistischer Pinguin“ des Todes bewusst?
Was ist aus dem Pinguin von Werner Herzog geworden? Der, den der deutsche Dokumentarfilmer in Begegnungen am Ende der Welt (2007) gefilmt hat und der sich in der weißen Weite der Antarktis verirrt. Er ist sicherlich gestorben. Aber warum ist er in seinen eigenen Tod gelaufen?
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Gibt es einen guten Tod?
Kein Mensch entgeht dieser Frage. Für die meisten bleibt sie mit Angst behaftet. In den aktuellen Debatten zur Sterbehilfe wird über den guten Tod vor allem im Sinne des guten Sterbens und damit reiner Machbarkeitserwägungen verhandelt. Wo liegen unvertretbare Leidensgrenzen? Hat der Mensch das Recht, selbst über sein Ende zu bestimmen? Gibt es den wahrhaft frei gewählten Suizid überhaupt? Im Zuge dieser Konzentration auf das Sterben geraten die lebensleitenden Fragen aus dem Blick. Wie gehen wir mit der eigenen Endlichkeit und der unserer Nächsten um? Können wir uns mit dem Tod versöhnen? Wie sieht eine menschliche Existenz aus, die ihr Ende stets verdrängt? Oder ist das bewusste Vorauslaufen in den Tod – wie es beispielsweise Sokrates oder Heidegger behaupten – nicht gerade der Schlüssel zu einem gelungenen Dasein? Mit Beiträgen unter anderem von Svenja Flaßpöhler, Reinhard Merkel, Philippe Forest, Thomas Macho und David Wagner
Was weiß mein Körper?
Die Frage irritiert. Was soll mein Körper schon wissen? Ist das Problem denn nicht gerade, dass er nichts weiß? Weder Vernunft noch Weisheit besitzt? Warum sonst gibt es Gesundheitsratgeber, Rückenschulen, Schmerztabletten, viel zu hohe Cholesterinwerte. Und wieso gibt es Fitness-Tracker, diese kleinen schwarzen Armbänder, die ihrem Träger haargenau anzeigen, wie viele Meter heute noch gelaufen, wie viele Kalorien noch verbrannt werden müssen oder wie viel Schlaf der Körper braucht. All das weiß dieser nämlich nicht von selbst – ja, er hat es bei Lichte betrachtet noch nie gewusst. Mag ja sein, dass man im 16. Jahrhundert von ganz allein ins Bett gegangen ist. Aber doch wohl nicht, weil der Körper damals noch wissend, sondern weil er von ruinöser Arbeit todmüde und es schlicht stockdunkel war, sobald die Sonne unterging. Wer also wollte bestreiten, dass der Körper selbst über kein Wissen verfügt und auch nie verfügt hat? Und es also vielmehr darum geht, möglichst viel Wissen über ihn zu sammeln, um ihn möglichst lang fit zu halten.
Der Schwan
Was den Menschen vom Tier unterscheidet? Anstatt weiter nach Differenzen zu suchen, konzentriert sich unser Kolumnist Florian Werner auf philosophisch wegweisende Gemeinsamkeiten. Diesmal: der Schwan und die Vorsehung des Todes.
Denken auf dem Außenposten
Der große Beobachter, Existenzialist und Schamane Werner Herzog wird 80 Jahre alt. Und zeigt in einer jetzt erschienenen Autobiografie, wie eng Filmemachen und Schreiben in seinem Werk verknüpft sind.
Tod als Mittel zum Zweck?
Durch Hinrichtungen von Demonstranten will das Regime im Iran den Freiheitswillen des eigenen Volkes brechen. Dabei erläuterte Cesare Beccaria bereits im 18. Jahrhundert, warum die Todesstrafe unnütz ist.
Patrick Mills: „Die Rede vom ‚Ende der Geschichte‘ ist ein Todesurteil für jede Gesellschaft“
Heute erscheint das ambitionierteste und meist erwartete Computerspiel der letzten Jahre, das zudem äußerst philosophisch ist: Cyberpunk 2077. Mit Patrick Mills, Senior Quest Designer des Entwicklerstudios CD Projekt Red, sprachen wir über die Faszination für dystopische Welten, die intellektuelle Kraft von Videogames und den Widerspruch, Spektakel mit Spektakel zu kritisieren.
Jan-Werner Müller: „Mit Trump könnte ein Autokrat in spe gewinnen“
Trump steuert mit großen Schritten auf den Sieg zu. Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller warnt vor einem Mann, der die Republikanische Partei in eine Art Familienunternehmen verwandelt und das Justizsystem zu seinen Gunsten umgebaut hat.
Philosophie im Windschatten – Bonaventura zum 750. Todestag
Heute vor 750 Jahren verstarb Bonaventura, einer der bedeutendsten Kirchenlehrer des Mittelalters. In seinem Beitrag erläutert Christoph Kann, warum die Theologie für Bonaventura zwar die Krone der Erkenntnis bildet, die Philosophie aber das Zepter in der Hand behält.