Konzept / Begriff

Vom lateinischen concipere (zusammenfassen, begreifen u.a.m.). Das Konzept ist eine abstrakte und allgemeine Idee, eine objektive und stabile geistige Vorstellung, ein Produkt der Abstraktion. Konzeptualisieren bedeutet daher, aus der Vielfalt verwandter Erscheinungen beständige Grundsätze abzuleiten, zum Beispiel aus der Reihe: Tanne, Eiche, Buche... das Konzept des Baumes. Jedes Konzept lässt sich in seiner Ausdehnung (Extension) festlegen und in eine logische Klasse einordnen (so gehört der Baum, zum Beispiel, zum Pflanzenreich). In der Erkenntnistheorie werden die wissenschaftlichen Konzepte und Begriffe fortentwickelt. So zeigt zum Beispiel Bachelard, dass das Konzept der Masse sukzessive identifiziert wurde mit Größe, Gewicht, mit Körperlichkeit, dem Atom… Eines der Hauptprobleme der Konzepte und Begriffe ist das ihres Ursprungs: Sind sie erworben oder angeboren? Kant antwortet darauf, dass man die reinen oder a priori gegebenen Konzepte (Anschauungsformen), die nicht auf Erfahrung beruhen, sondern Kategorien des Verstandes sind, von den empirischen oder a posteriori entwickelten Konzepten, die auf der Vorstellungskraft beruhen (den sog. Schemata), unterscheiden muss. Um beispielweise eine Menge wahrzunehmen, addiert der Mensch gedanklich ihre Teile, die Kategorie der Quantität enthält also als Schema die Zahl. Während Philosophen wie Hegel den Ehrgeiz hatten, das gesamte mögliche Wissen zu konzeptualisieren; gibt es auch viele Denker, die diesen Ansatz als kalt und zu trocken ablehnen und durch eine eher bildhafte, metaphorische Denkweise ersetzen wollen. So attackiert Nietzsche den Begriff als „knöchern und achteckig wie ein Würfel“, und Bergson wirft ihm vor, die Wirklichkeit zu zerschneiden, indem er sie verkümmern lasse. Nach Deleuze bleibt die Philosophie dennoch „die Kunst, Begriffe zu erschaffen“ (Was ist die Philosophie?).