Das Ideelle im Konkreten
Max Beckmann zählt zu den herausragenden Künstlern der Klassischen Moderne. Das Städel Museum zeigt seine Entwicklung zum Maler, der seinen Stil als „transzendente Sachlichkeit“ verstand.
Kriege ändern Menschen, Gesellschaften und das gemeinschaftliche Zusammenleben. In der Kunst kommt eine solche Transformation unmittelbar zum Ausdruck. Nach Kriegsende einfach dieselbe Kunst zu machen wie vor dem Krieg, als wäre nichts geschehen, ist undenkbar. Zu tief sitzen Ängste und Schrecken. Welchen Einfluss ein Krieg auf das Schaffen eines Künstlers haben kann, zeigt sich exemplarisch an dem Werk von Max Beckmann. Hat der 1884 in Leipzig geborene Maler seine Kunst noch vor dem Ersten Weltkrieg als neokonservatives, an der räumlichen Figürlichkeit festhaltendes Gegenmodell zu der aufkommenden Abstraktion eines Henri Matisse, Pablo Picasso und Wassily Kandinsky etablieren wollen, entwickelte sich Beckmann in den 1920er-Jahren zu einem der führenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit, die zwar immer noch auf das Figurative setzte, jedoch in einer stark abstrahierten Weise.
Philosophie Magazin +
Testen Sie Philosophie Magazin +
mit einem Digitalabo 4 Wochen kostenlos
oder geben Sie Ihre Abonummer ein
- Zugriff auf alle PhiloMagazin+ Inhalte
- Jederzeit kündbar
- Im Printabo inklusive
Sie sind bereits Abonnent/in?
Hier anmelden
Sie sind registriert und wollen uns testen?
Probeabo
Weitere Artikel
Unter Strom
Ein gelingendes Leben ist heute gleichbedeutend mit einem intensiven Leben. Eine Annahme, die aus der transzendenten Obdachlosigkeit des modernen Menschen resultiert und tiefe Abgründe in sich trägt. Eine Spurensuche.
Zum Kern der Existenz
Die Ausstellung Edvard Munch. Angst in den Kunstsammlungen Chemnitz zeigt den norwegischen Maler als Künstler, der in seinen Bildern Grundthemen der Existenzphilosophie zum Ausdruck bringt.
Frank Steinhofer: „Unser Museum wächst bereits in vielen Köpfen“
Im mexikanischen Regenwald entsteht ein spektakuläres Museum, berichten amerikanische Medien. Nur fallen sie damit auf eine Fiktion des deutschen Schriftstellers Frank Steinhofer herein, der diesen Bau in seinem Roman Das Terrain beschreibt. Wie es dazu kam, beschreibt er im Interview. Dieser Text ist zuerst bei Monopol erschienen.
Jonathan Crary: „Die Krise des Schlafs ist auch eine Krise der Erde“
Wie steht es um den Schlaf in einer Welt, die keinen Stillstand mehr kennt? Jonathan Crary warnt vor der Bedrohung der Regeneration von Mensch und Natur in der westlichen Moderne. Im Gespräch erklärt er, mit welchen technologischen Entwicklungen der Stillstand abgeschafft wurde und warum Träume einst eine kollektive Dimension hatten.
Mike Leigh - Der Lebensnahe
In seinen Filmen fängt der britische Regisseur das Menschsein ein. Hart leuchtet Mike Leigh seine Figuren aus, lässt ihre existenziellen Krisen scharf hervortreten. Für sein Werk „Lügen und Geheimnisse“ erhielt er 1996 die Goldene Palme. Sein neuer Film „Mr. Turner – Meister des Lichts“ zeichnet das bewegte Leben des englischen Malers William Turner nach
Islamismus – Ein moderner Antimodernismus (Teil 1)
Die politische Ideologie des Islamismus hat derzeit mächtig Konjunktur. Dabei ist sie, wie der völkische Faschismus, eine regressive Reaktion auf Freiheit und Unterdrückung zugleich. Sie meint, sich der „Herrschaft des Westens“ zu erwehren, doch bekämpft vielmehr jede Form von Emanzipation. Antisemitismus ist der ideelle Glutkern des vielgestaltigen Phänomens.
Islamismus – Ein moderner Antimodernismus (Teil 2)
Die politische Ideologie des Islamismus hat derzeit mächtig Konjunktur. Dabei ist sie, wie der völkische Faschismus, eine regressive Reaktion auf Freiheit und Unterdrückung zugleich. Sie meint, sich der „Herrschaft des Westens“ zu erwehren, doch bekämpft vielmehr jede Form von Emanzipation. Antisemitismus ist der ideelle Glutkern des vielgestaltigen Phänomens.
Mikrorenten: Ruhestand für zwischendurch
Immer mehr junge Menschen legen zwischen ihren Arbeitsanstellungen längere Pausen ein. Der Trend könnte eine Alternative zum klassischen Rentenkonzept sein.