Wem gehört meine Zeit?
Zeitgenössische Trends fordern ein neues Verhältnis von Arbeit und Leben. Wie lässt sich die Existenz erfüllter gestalten?
Der Wunsch, Macht über die eigene Lebenszeit zu besitzen, lässt sich eindrücklich an Kindern beobachten. Wenn Schulaufgaben oder andere unliebsame Pflichten wie Zimmeraufräumen den Nachmittag auffressen, begehren sie auf. Nö, keine Lust. Will ich jetzt nicht. Tschüss, ich geh Fußball spielen. Dass Eltern angesichts dieser kindlichen Renitenz genervt sind, weil zum Leben nun einmal auch unliebsame Tätigkeiten gehören, versteht sich von selbst – und offenbart gleichzeitig, wie unfähig sie selbst oft sind, ihre Grenzen klar zu ziehen.
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Die neue Ausgabe: Wem gehört meine Zeit?
Innere und äußere Leistungsimperative fressen schnell die Lebenszeit auf. Kein Wunder, dass zeitgenössische Trends gerade in die umgekehrte Richtung weisen: Das Verhältnis von Leben und Arbeit wird neu verhandelt. Wie sähe eine Gesellschaft aus, die den verschiedenen Dimensionen des Seins gerechter wird? Liegt gar in künstlicher Intelligenz eine Chance?
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Die neue Ausgabe: Muss ich da mitmachen?
Ob im Netz oder in der analogen Welt: Menschen passen sich leicht an Gruppen an. Folgen Trends. Machen mit. Oft mit fatalen Folgen. Wie also werde ich innerlich freier? Was hilft mir, mich abzugrenzen? Nein zu sagen? Meinen eigenen Weg zu finden?
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Eva von Redecker: „Ich will die Freiheit und prekäres, verwobenes Leben wahren“
Angesichts der ökologischen und klimatischen Katastrophe denkt Eva von Redecker in ihrem gerade erschienenen Buch über Bleibefreiheit nach. Im Interview spricht sie über die Todesverdrängung der Liberalen, die Bedeutung einer lebendigen Welt und darüber, was Zeit zu „erfüllter Zeit“ macht.
Wie schaffen wir das?
Eine Million Flüchtlinge warten derzeit in erzwungener Passivität auf ihre Verfahren, auf ein Weiter, auf eine Zukunft. Die Tristheit und Unübersichtlichkeit dieser Situation lässt uns in defensiver Manier von einer „Flüchtlingskrise“ sprechen. Der Begriff der Krise, aus dem Griechischen stammend, bezeichnet den Höhepunkt einer gefährlichen Lage mit offenem Ausgang – und so steckt in ihm auch die Möglichkeit zur positiven Wendung. Sind die größtenteils jungen Menschen, die hier ein neues Leben beginnen, nicht in der Tat auch ein Glücksfall für unsere hilf los überalterte Gesellschaft? Anstatt weiter angstvoll zu fragen, ob wir es schaffen, könnte es in einer zukunftszugewandten Debatte vielmehr darum gehen, wie wir es schaffen. Was ist der Schlüssel für gelungene Integration: die Sprache, die Arbeit, ein neues Zuhause? Wie können wir die Menschen, die zu uns gekommen sind, einbinden in die Gestaltung unseres Zusammenlebens? In welcher Weise werden wir uns gegenseitig ändern, formen, inspirieren? Was müssen wir, was die Aufgenommenen leisten? Wie lässt sich Neid auf jene verhindern, die unsere Hilfe derzeit noch brauchen? Und wo liegen die Grenzen der Toleranz? Mit Impulsen von Rupert Neudeck, Rainer Forst, Souleymane Bachir Diagne, Susan Neiman, Robert Pfaller, Lamya Kaddor, Harald Welzer, Claus Leggewie und Fritz Breithaupt.
Kleine Menschen, große Fragen
Oft stellen Kinder nicht nur sehr gute Fragen, sondern haben auch besonders geistreiche Antworten. In der Rubrik Phil.Kids widmen sich kleine Menschen regelmäßig den ganz großen Rätseln des Seins. Zum Beispiel: Sollte man Trends folgen?
„Leb wohl, Vernunft!“ Zum 100. Geburtstag von Paul Feyerabend
Am 13. Januar 1924 kam Paul Feyerabend zur Welt. Für ihn läuft Wissenschaftsentwicklung nicht nach rationalen Prinzipien ab, sondern ähnelt, so seine provokant-ironische Zuspitzung, den wechselvollen Trends in der Kunst.
Paul Feyerabend und die Wissenschaftskritik
Für Paul Feyerabend ähnelt Wissenschaftsentwicklung, so seine provokant ironische Zuspitzung, den wechselvollen Trends der Kunst. Gerade heute hat uns seine Philosophie des „anything goes“ Wesentliches zu sagen. Sie weist uns einen Weg zwischen Expertokratie und Faktenleugnung.
Die Sache mit der Glatze
Die Konfrontation mit dem Mangel führt oft zu kläglichen Kompensationen. Nur wer die Unumkehrbarkeit des Weniger kompromisslos anerkennt, hat das Zeug zum Trendsetter, meint unser Kolumnist Wolfram Eilenberger.