Für-Sich

Als Gegenpart zum An-Sich bezeichnet das Für-Sich das, was bewirkt, dass ein Lebewesen ein Bewusstsein seiner eigenen Existenz hat. Es darf nicht verwechselt werden mit dem cogito – jenem „Ich denke“, das sich nicht auf ein individuelles Bewusstsein bezieht, sondern auf die Existenz eines universellen „Ich“. Das Für-Sich ist also verknüpft mit einer Neuausrichtung des Seins auf seine eigene Besonderheit. Bei Hegel ist das Für-sich-Sein gleichzeitig das Wesen, das sich auf sich selbst bezieht, und das Wesen, das sich in Opposition zum An-Sich setzt, indem es dessen Einfluss auf seine spezifische Seinsweise zurückweist. Für Sartre ist das Für-Sich das Unterscheidungskriterium zwischen Mensch und Gegenstand. Der Existentialismus stellt in den Vordergrund, dass nur der Mensch sich über sein Dasein hinaus „projizieren“ kann und dass er nicht in einem An-Sich eingeschlossen ist: Nur das Für-Sich ist in der Welt transzendent, meint deshalb Sartre. Andererseits ist der Mensch aber auch nicht nur ein Für-Sich, sondern unterliegt mit seinem Körper, seiner Geburt, seiner Erziehung der Faktizität und kann sogar auf seine Freiheit verzichten, indem er versucht, sich zu einem An-Sich zu machen. Zwischen diesen beiden Daseinsformen hin und her schwankend, kann er sich also als „An und Für-sich seiend“ begreifen.