Transzendenz

Der Begriff stammt ab vom lat. transcendere, „hinüberschreiten, übertreten“. Er bezeichnet das Gegenstück zur Immanenz und somit das, was ein gegebenes Bezugsfeld übertrifft und losgelöst und unabhängig existiert. Im Mittelalter wird dieser Begriff Gott zugeschrieben und gleichbedeutend mit dem des Absoluten gebraucht. Für Pascal erlaubt die Transzendenz eine radikale Abgrenzung der Ordnung des „Herzens“, die der des Geistes unendlich überlegen ist, wobei letzterer wiederum über die des Körpers hinausgeht. Im Kant’schen Denken ist transzendent das, was jenseits aller möglichen Erfahrung und von dem keine theoretische Erkenntnis möglich ist. Dementsprechend wird ein transzendenter Gebrauch der Verstandesbegriffe von ihm als illegitim angesehen. Für die Phänomenologie und den Existenzialismus bezeichnet die Transzendenz alles, was jenseits des Bewusstseins liegt. Heidegger sieht darin eine essentielle Struktur des Subjekts, dessen wesensmäßiges Merkmal es ist, sich über sich selbst hinaus zu entwerfen. Sartre zeigt in seiner Transzendenz des Ego, dass das Bewusstsein sich nicht reflexiv erfassen kann, ohne sich selbst in ein Objekt zu transformieren, weil es immer „vor sich selbst geworfen wird“.