Zeit

Die Zeit beschreibt eine Spanne zwischen zwei Ereignissen oder die Abfolge von Veränderungen. Sie ist charakterisiert durch Wandel (daher definiert Platon sie als „bewegtes Bild der Ewigkeit“) und Undwiderruflichkeit (man kann, außer in der Fiktion, nicht mehr in die Vergangenheit zurück). Die Zeit scheint eine Richtung zu haben (man spricht deshalb auch von einem „Zeitstrahl" oder „Zeitpfeil" nach Eddington): sie kommt aus der Vergangenheit, geht durch die Gegenwart und weist auf die Zukunft hinaus. Die Philosophie hat im Großen und Ganzen zwei bevorzugte Herangehensweisen an die Zeitlichkeit: die eine, die sich, wie bereits Aristoteles, auf die Kenntnis der Zeit, ihre Messung konzentriert, ausgehend von einem Analogieschluss, der sich auf die zyklische Bewegung der Sterne gründet. Diese Zeit nennt man auch die kosmologische Zeit. Die andere Methode ist die, die vom Heiligen Augustinus bevorzugt wurde. Sie sucht im Inneren des Subjekts nach dem Grund für das Bewusstsein von der Zeit, von der Wahrnehmung der Dauer. Das ist die psychologische Zeit. Die Verbindung zwischen beiden ist problematisch. Kant macht aus der Zeit eine a priori vorhandene Anschauungsform des Erkenntnisvermögens, da jedes Phänomen notwendigerweise in der Zeit erscheint. Bergson lehnt diesen Ansatz ab, weil er seines Erachtens Zeit und Raum vereinheitlicht, die Zeit messbar macht und ihre intensive schöpferische Dimension der Dauer verfehlt. Heidegger seinerseits sieht in der Zeit ein Produkt des sich sorgenden Bewusstseins: der Mensch, als einziges Lebewesen dazu befähigt, seinen eigenen Tod vorauszusehen, lässt die Zeit in Form drei Ekstasen auftauchen: Gewesenheit, Gegenwart und Zukunft. Ricoeur versucht, kosmologische und psychologische Zeit zur kalendarischen zu vereinen, die es erlaubt, die menschlichen Aktivitäten zu koordinieren.