Fundstück

Hannah Arendt: „Wir Flüchtlinge”

Hannah Arendt veröffentlicht am 2 min

1933 floh die Jüdin Hannah Arendt vor den Nationalsozialisten aus Deutschland. Ihr Essay „Wir Flüchtlinge“ erhellt die Situation Tausender Menschen, die derzeit Schutz in Europa suchen.

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Artikel
2 min

Hannah Arendt: „Wir Flüchtlinge”

1933 floh die Jüdin Hannah Arendt vor den Nationalsozialisten aus Deutschland. Ihr Essay „Wir Flüchtlinge“ erhellt die Situation Tausender Menschen, die derzeit Schutz in Europa suchen.


Artikel
14 min

Flüchtlingskrise - Wie schaffen wir das?

Eine Million Flüchtlinge warten derzeit in erzwungener Passivität auf ihre Verfahren, auf ein Weiter, auf eine Zukunft. Die Tristheit und Unübersichtlichkeit dieser Situation lässt uns in defensiver Manier von einer „Flüchtlingskrise“ sprechen. Der Begriff der Krise, aus dem Griechischen stammend, bezeichnet den Höhepunkt einer gefährlichen Lage mit offenem Ausgang – und so steckt in ihm auch die Möglichkeit zur positiven Wendung. Sind die größtenteils jungen Menschen, die hier ein neues Leben beginnen, nicht in der Tat auch ein Glücksfall für unsere hilf los überalterte Gesellschaft? Anstatt weiter angstvoll zu fragen, ob wir es schaffen, könnte es in einer zukunftszugewandten Debatte vielmehr darum gehen, wie wir es schaffen. Was ist der Schlüssel für gelungene Integration: die Sprache, die Arbeit, ein neues Zuhause? Wie können wir die Menschen, die zu uns gekommen sind, einbinden in die Gestaltung unseres Zusammenlebens? In welcher Weise werden wir uns gegenseitig ändern, formen, inspirieren? Was müssen wir, was die Aufgenommenen leisten? Wie lässt sich Neid auf jene verhindern, die unsere Hilfe derzeit noch brauchen? Und wo liegen die Grenzen der Toleranz? Mit Impulsen von Rupert Neudeck, Rainer Forst, Souleymane Bachir Diagne, Susan Neiman, Robert Pfaller, Lamya Kaddor, Harald Welzer, Claus Leggewie und Fritz Breithaupt.

 


Gespräch
16 min

Solidarität ohne Grenzen?

Nils Markwardt

Der Bürgerkrieg in Syrien eskaliert immer stärker, die Lage in Afghanistan droht außer Kontrolle zu geraten und täglich machen sich Tausende Flüchtlinge auf den Weg in den Westen, vor allem nach Deutschland. Noch nie stand die Europäische Union vor einer derartigen Herausforderung. Ein Dialog über das Erbe der Aufklärung, europäische Identität und Verantwortung im Ausnahmezustand.

Solidarität ohne Grenzen?

Gespräch
16 min

Flüchtlingskrise: Solidarität ohne Grenzen?

Nils Markwardt

Der Bürgerkrieg in Syrien eskaliert immer stärker, die Lage in Afghanistan droht außer Kontrolle zu geraten und täglich machen sich Tausende Flüchtlinge auf den Weg in den Westen, vor allem nach Deutschland. Noch nie stand die Europäische Union vor einer derartigen Herausforderung. Ein Dialog über das Erbe der Aufklärung, europäische Identität und Verantwortung im Ausnahmezustand.


Artikel
5 min

Flüchtlingskrise - Was tun?

Wolfram Eilenberger

Der Herbst des letzten Jahres ist bereits jetzt als einer der großen Wendepunkte unserer Nachkriegsgeschichte erkennbar. So wie einst der Herbst des Jahres 1989. Der Fall der Mauer bedeutete einen enormen Mobilitätsschub. Im Zeichen der Freiheit ordnete er die Landkarte Deutschlands, Europas, ja faktisch der ganzen Welt politisch neu. Wie nun wäre das zweite große Herbstereignis, also der faktische Kollaps der EU-Außengrenzen und die damit verbundene Entscheidung zur Aufnahme von mehr als einer Million Flüchtlinge allein in Deutschland einzuordnen? Wieder fallen Grenzen. Wieder stimmen ganze Völker mit den Füßen ab und marschieren – als Opfer von Bürgerkriegen und einem mittlerweile Staat gewordenen islamistischen Terrorregime – aus den kriegsversehrten Gebieten der arabischen Welt nach Kerneuropa: unterwegs in ein besseres Leben – oder auch nur Überleben.


Artikel
8 min

Sie ist wieder da. Die Frage nach der Identität.

Philipp Felsch

In der gesamten westlichen Welt kehren Identitätsfragen ins Zentrum des politischen Diskurses zurück. Donald Trump stilisierte sich erfolgreich als Anwalt des „weißen Mannes“. Marine Le Pen tritt in Frankreich mit dem Versprechen an, die Nation vor dem Verlust ihrer Werte und Eigenheiten zu bewahren. Auch in Deutschland wird das Wahljahr 2017 von kulturellen Verlustängsten dominiert werden. Das Projekt der Europäischen Union droht derweil zu scheitern. Terrorangst schürt Fremdenfeindlichkeit Wie lässt sich diesen Entwicklungen gerade aus deutscher Sicht begegnen? Mit einem noch entschiedeneren Eintreten für einen von allen nationalen Spuren gereinigten Verfassungspatriotismus? Oder im Gegenteil mit neuen leitkulturellen Entwürfen und Erzählungen? Bei all dem bleibt festzuhalten: Identitätspolitik war in den vergangenen Jahrzehnten eine klare Domäne linker Politik (u. a. Minderheitenrechte, Genderanliegen). Sind bestimmte Kollektive schützenswerter als andere? Was tun, damit unsere offene Gesellschaft nicht von Identitätsfragen gespalten wird?


Artikel
14 min

Flüchtlingskrise - Unsere Verantwortung

Sie fliehen vor Tod, Gewalt, bitterer Armut. Sie sprechen eine fremde Sprache, besitzen oft nur noch das, was sie am Leib tragen. Es gibt wenige, die sich beim Anblick dieser Menschen nicht betroffen fühlen. Die nicht zu sich selbst oder offen sagen: Da muss man doch helfen! Kleider spenden. Deutschkurse anbieten. Die provisorisch eingerichteten Heime heimeliger gestalten. Sind nicht gerade wir Deutschen in der Pf licht nach all dem Leid, das wir über die Welt gebracht haben? Und, so meinen manche, immer noch über die Welt bringen durch Ausbeutungsverhältnisse, die mit schuld daran sind, dass diese Menschen ihre Heimat verlassen? In jedem Fall gilt das Grundrecht auf Asyl. Ohne Einschränkung. Gleichgültig, wie man die Notwendigkeit zu helfen moralisch begründet: Irgendwann drängt sich die Frage nach der Grenze auf. Kann unsere Pf licht, unsere Empathie, unsere Verantwortung wirklich das Leid der ganzen Welt umfassen? Wie lange, wie intensiv und über welche Distanzen hinweg können wir uns kümmern? Wie offen kann eine Gesellschaft sein in Zeiten des Terrors? Ist die Aufnahme der Flüchtlinge überhaupt die effektivste Weise, deren Leid zu mildern? Mit Impulsen von Hartmut Rosa, Volker Gerhardt, Hilge Landweer, Aleida Assmann, Marc Crépon, Armen Avanessian, Reinhard Merkel, David Miller und Peter Singer.

 


Artikel
8 min

Ayn Rand und der Egoismus

Dominique Lecourt

In Deutschland ist sie bis heute so gut wie unbekannt. In den USA hingegen ist sie eine Kultfigur und ein intellektueller Superstar. Die in Russland geborene Schriftstellerin und Philosophin Ayn Rand (1905–1882), später eingebürgerte Amerikanerin, gilt heute als Ikone des Libertarismus und der Tea-Party-Bewegung. Sie wird von Unternehmern im Silicon Valley zitiert und ist auch in der Popkultur omnipräsent. Noch erstaunlicher ist: Ihr Einf luss auf das geistige Klima der USA wuchs mit der Finanzkrise von 2008, die aus europäischer Sicht gerade das Scheitern des Neoliberalismus zu zeigen scheint, noch einmal. Woher rührt diese Begeisterung? In ihren Romanen und Essays verteidigt sie vehement die individuellen Freiheiten und den Kapitalismus und kritisiert staatliches Eingreifen in die Wirtschaft. Ihr Credo: Nieder mit dem Altruismus, es lebe der „rationale Egoismus“, demzufolge man nur für sich selbst lebt. Sie spüren schon, wie sich in Ihnen Widerstand regt? Nehmen Sie sich dennoch die Zeit, Ayn Rand zu lesen. In diesem Dossier wird sie von drei Autoren vorgestellt, die der Denkerin wohlwollend gegenüberstehen: die Philosophen Dominique Lecourt und Alain Laurent sowie der kalifornische Unternehmer Peter Thiel. Danach liegt es ganz bei Ihnen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.