Vergiss die Smartwatch
Regelwerke und Zahlen statt Erfahrung und Fingerspitzengefühl? Der Soziologe Hartmut Rosa warnt in Situation und Konstellation vor einer bürokratisierten Lebenswelt – und plädiert dafür, Spielräume zurückzugewinnen.
Warum erschwert die spätmoderne Gesellschaft eine gelingende Weltbeziehung, und wie ließe sich die Erfahrung von Selbstwirksamkeit wieder stärken? Fragen dieser Art durchziehen das Werk des Resonanz-Soziologen Hartmut Rosa. Situation und Konstellation heißt sein neues Buch, das an frühere Schriften anknüpft, um eine entmündigende Tendenz in Berufsalltag und Lebenswelt sichtbar zu machen. Wir verlieren, so die These des knapp 250-seitigen Essays, unsere Handlungs- und Ermessensspielräume an ein missverstandenes Modell gesellschaftlichen Fortschritts. Das geschieht etwa dort, wo ein Sozialamt Hilfesuchende abweisen muss, weil Daten und Zahlen fehlen, wo der Schiedsrichter im Fußball durch die Videoanalyse entmachtet wird oder wo ein Verkäufer kein neues Gericht ausgeben darf, wenn einer Kundin ihr Essen auf den Boden fällt.
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