Interview

Was genießen wir am Bösen?

Rüdiger Safranski, Joe Bausch, im Interview mit Wolfram Eilenberger veröffentlicht am 13 min

Es fasziniert und verspricht höchste Lust. Doch nur wenige Menschen folgen der Anziehungskraft des Bösen bis zum Ende. Was unterscheidet den Normalbürger von einem Gewaltverbrecher? Joe Bausch, Gefängnisarzt und „Tatort“-Schauspieler, diskutiert mit dem Philosophen und Autor Rüdiger Safranski über Computerspiele, Hirnschäden und die grundmenschliche Freiheit, einfach Nein zu sagen

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Artikel
6 min

Augenblick, verweile

Svenja Flasspoehler

Die Zeit anhalten. Den Augenblick genießen. Aufgehen in voller Gegenwärtigkeit. Das Glück im Jetzt, es scheint so leicht – und bildet doch den größten Sehnsuchtspunkt des Menschen. „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn!“ So lautet die Wette, die der unglückliche Faust in Goethes gleichnamigem Roman mit dem Teufel Mephisto abschließt. Faust, einsam und gefangen in seiner Strebsamkeit, kann sich nicht fallen lassen in die Zeitlosigkeit der Lust. Und so verspricht der Wissenschaftler dem Teufel seine Seele, wenn es diesem gelingt, ihn aus seinem verbissenen Sein zu befreien, das stets genau weiß, wohin es will, und darüber sein Leben, genauer: die Liebe verpasst.


Gespräch
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Meret Becker - Die Waschechte

Eva Maria Gerstenlauer

Manche Frauen sind perfekt, Meret Becker ist echt. Egal ob als Sängerin oder Schauspielerin, Becker trifft in jeder Rolle ihren ganz eigenen Ton: frech, schrill, rau, anarchisch. Genau wie die Stadt Berlin, in der sie nun als neue Tatort-Kommissarin für Ruhe, Ordnung und Aufklärung sorgen soll. Spannungen garantiert …


Essay
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Die Lust an der Unterwerfung

Svenja Flasspoehler

„Fifty Shades of Shades of Grey“, die Geschichte einer sadomasochistischen Beziehung, wurde binnen kürzester Zeit zum Weltbestseller. Ab Februar ist die Verfilmung der Romantrilogie im Kino zu sehen. Welcher Logik folgt die Lust an der sexuellen Unterwerfung? Diese Frage hat Philosophen von Hegel bis zu Freud und Deleuze fasziniert – vor allem aber den Erfinder des Masochismus, Leopold von Sacher-Masoch. Eine Ideenreise ins dunkle Herz des Begehrens



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Die verdrängt Lust am Bösen

Hartmut Rosa

Ebola, Ukraine, IS – von allen Seiten Katastrophenmeldungen. Wie viel Angst schüren sie? Oder beruhigen sie uns am Ende gar?


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Platon und das Virtuelle

Jean-François Mattéi

Im Internet sind alle nur vorstellbaren Inhalte verfügbar, Computerspiele lassen komplexe Parallelwelten entstehen, 3-D-Filme beeindrucken mit hyperrealistischen Bildern. Die Fortschritte in Informationstechnologie und Digitalisierung begründen das Zeitalter einer umfassenden Virtualität. Treten nun Illusionen an die Stelle der Wahrheit? Diese Frage führt unweigerlich zu Platon zurück, der in seinem Höhlengleichnis (abgedruckt in unserem Beiheft) die Verführungskraft der Bilder aufgezeigt und angeprangert hat. Doch die Aktualität des griechischen Philosophen besteht nicht nur darin, uns daran zu erinnern, dass wir in einer großen Matrix oder Höhle 2.0 leben. Mit Platon können wir auch verstehen, wie die heutigen Computerbilder erzeugt werden. Bringt uns die Virtualität vielleicht sogar der realen Struktur der Welt näher, statt uns von der Wahrheit zu entfernen?

 


Artikel
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Einfach leben - Warum ist das so kompliziert?

Svenja Flasspoehler

Einfach leben, das klingt so leicht. Nach Gelassenheit, geistiger Weite. Nach einer Existenz, die ihre Freiheit in der Beschränkung findet. Nach Balance, Übersicht, Halt. Doch wer versucht, ein solches Dasein auf Dauer zu stellen, scheitert schnell an den Realitäten des Alltags – und auch an sich selbst. Wie verzichten in einer Welt, die permanent Neues anpreist? Wie ausgeglichen sein, wenn Verlangen und Lust – ganz zu schweigen von den Ansprüchen der anderen – die innere Ruhe permanent stören? Die Philosophie zeigt drei Wege zum einfachen Leben auf: Erst die Übung führt uns zur Leichtigkeit. Das Geheimnis einer erfüllten Existenz ist die Leere. Das Wesentliche zu sehen, setzt Selbsterkenntnis voraus. Askese, Minimalismus, Authentizität: Einfachheit beginnt in uns.

 


Gespräch
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Wer hat Angst vor dem Unberechenbaren?

Catherine Newmark

Lass dich überraschen! So könnte das Lebensmotto der beiden heißen. Die Schriftstellerin Thea Dorn und der Kabarettist Vince Ebert über Luthers Gottvertrauen, deutsche Qualitätsdübel und die grundmenschliche Angst vor einer offenen Zukunft.